Welt-Aids-Tag - Workshops in steirischen Schulen sehr gefragt

Graz (APA) - Schulen sind ein wichtiger Ort, an dem sich Jugendliche Informationen über sexuelle Gesundheit und Aids-Prävention holen, jedoc...

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Graz (APA) - Schulen sind ein wichtiger Ort, an dem sich Jugendliche Informationen über sexuelle Gesundheit und Aids-Prävention holen, jedoch nicht vorrangig von Lehrern, wie eine Schülerbefragung der Aids-Hilfe Steiermark ergab. Die Beratungsstelle hat im Vorjahr mit Schul-Workshops rund 14.200 Schülerinnen und Schüler ab der Oberstufe erreicht und gute Ergebnisse erzielt, hieß es am Mittwoch in Graz.

„Wir wollen so viele Jugendliche wie möglich erreichen, bevor sie sexuell aktiv werden oder in der unmittelbaren Anfangszeit ihres Sexuallebens“, betonte der Geschäftsführer der Aids-Hilfe Steiermark, Manfred Rupp, im Pressegespräch. Das Jugendpräventions-Team kommt daher an Schulen und Jugendeinrichtungen in der gesamten Steiermark und auch Teile des Burgenlandes.

850 Workshops in der Dauer ab zwei Stunden wurden im Vorjahr im schulischen Bereich abgehalten. „In der Steiermark wird unser Angebot sehr gut angenommen. Es herrscht mehr Nachfrage, als wir uns leisten können. Für das aktuelle Schuljahr sind wir schon jetzt zu zwei Drittel ausgebucht“, schilderte Rupp die Situation. Für die Präventionsarbeit in den Schulen kann die Aids-Hilfe Steiermark rund ein Drittel ihres Budgets von jährlich rund 500.000 Euro aufwenden.

Neu hinzugekommen ist ein sechsstündiges Modul. Dieses wurde jüngst evaluiert und nicht nur von den Jugendlichen mit der Note „Sehr gut“ benotet. Wie ein Wissenstests nach drei Monaten ergab, habe sich das Wissen „signifikant und nachhaltig“ erhöht. Das ursprünglich „mittelmäßig bis gute Wissen“ der Teilnehmer vor dem Workshop konnte deutlich gesteigert werden. „Die Teilnehmer hatten durchschnittlich acht von neun erreichbaren Punkten, zuvor waren es sechs“, führte Rupp aus.

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Eine parallel dazu geführte - nicht repräsentative - Befragung von etwa 230 Burschen und Mädchen zweier Schulen, hat interessante Details zutage gebracht: Mehr als 80 Prozent beider Geschlechter gaben an, ihre Informationen über sexuelle Gesundheit in Schulen (gefolgt von Internet, Freund/Freundin und Mutter/Vater) zu beziehen. In den Schulen stellen Jugendliche die Fragen allerdings nicht an das Lehrpersonal. Sie werden nur zu weniger als zehn Prozent zurate gezogen. Freunde oder auch Medien, die dort aufliegen oder per Internet abgerufen werden, oder Workshopangebote dürften hier eine größere Rolle spielen.

Neben ihrer Präventionsarbeit für Jugendliche und Erwachsene hat die Aids-Hilfe Steiermark im vergangenen Jahr rund 4.700 Beratungsgespräche im direkten Zusammenhang mit dem HIV-Test und rund 2.700 Beratungen mit anderem Inhalt geführt. Daneben bietet die Stelle einen anonymen und kostenlosen HIV-Test sowie einen HIV-Schnelltest (kostenpflichtig) an.

(S E R V I C E - http://www.aids-hilfe.at)


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