Vogewosi baut Konzept der „500 Euro-Wohnungen“ weiter aus

Dornbirn (APA) - Die Vorarlberger gemeinnützige Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (Vogewosi) hat mit dem im Vorjahr umgesetzten Konzept „Wo...

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Dornbirn (APA) - Die Vorarlberger gemeinnützige Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (Vogewosi) hat mit dem im Vorjahr umgesetzten Konzept „Wohnen500“ gute Erfahrungen gemacht. Dabei können Wohnungen um nicht mehr als etwa 500 Euro pro Monat (inklusive Betriebskosten) gemietet werden. Nun soll „Wohnen500“ weiter ausgebaut werden, kündigte Vogewosi-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz an.

Eine erste „Wohnen500“-Anlage wurde im Dezember 2016 in Mäder (Bez. Feldkirch) bezogen, eine weitere Ende Mai 2017 in Feldkirch. „Wohnen500“-Gebäude bestehen aus Holzmodulen, die in der Halle gefertigt, mit Lkw angeliefert und vor Ort in etwa drei Monaten zusammengebaut werden. Die einzelnen Wohnungen sind etwa 65 Quadratmeter groß. Um die Kosten gering zu halten, wird etwa auf Tiefgaragen und Lifte verzichtet.

„Wohnen500“ habe sich sehr gut etabliert und erweise sich als zukunftsträchtige Alternative zu klassischen Bauverfahren, sagte Lorenz am Mittwoch in seiner alljährlichen Bilanz-Pressekonferenz. In einem nächsten Schritt arbeite man bereits am Projekt „Wohnen500+“, bei dem Zwei-, Drei- und Vierzimmer-Wohnungen mit absoluter Barrierefreiheit im selben System realisiert werden können. „Auch andere Gebäudetypen kommen dabei zur Ausführung“, so Lorenz.

Die Vogewosi hat 2016 insgesamt 240 Wohnungen und sieben Geschäftslokale an die Bewohner übergeben, darunter auch in den Gemeinden Thüringen (Bez. Bludenz) und Lingenau (Bez. Bregenz). In diesen zwei Kommunen war die Vogewosi zuvor nicht vertreten gewesen, nunmehr könne man sich über die Präsenz in 50 Gemeinden Vorarlbergs freuen, führte Lorenz aus. Die Wohnbauoffensive des Landes sei auch 2016 intensiv fortgeführt worden. Ende 2016 befanden sich 312 Wohnungen sowie 66 Lokale in Bau. Das zuordenbare Neubauvolumen stieg um 44,5 Prozent auf 48,7 Mio. Euro (2015: 33,7 Mio.) an. Außerdem wurden 21 bestehende Anlagen mit 617 Wohnungen um 8,7 Mio. Euro saniert.

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Der Bilanzgewinn betrug 2016 5,28 Mio. Euro (2015: 5,11 Mio. Euro), die Eigenmittelquote lag konstant bei 32,2 Prozent. Die Vogewosi verwaltete 2016 nach eigenen Angaben 16.393 Wohnungen (2015: 16.237), darunter 13.758 Mietwohnungen (2015: 13.612). Es wurden 96 Mitarbeiter beschäftigt.

Auch heuer ist es laut Lorenz in hohem Tempo weitergegangen, um die 2013 vom Land ausgegebene Vorgabe - 550 bis 600 neue Wohnungen pro Jahr - erfüllen zu können. Aktuell werde an 17 Anlagen mit 717 Wohnungen gebaut, 15 Anlagen mit 330 Wohnungen seien in Vorbereitung.

Vogewosi-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Rümmele appellierte an die Bürgeremeister des Landes, Flächen für Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Auch die laufend steigenden Errichtungskosten beobachte er genau. Dabei stelle sich etwa die Frage, „ob es notwendig ist, sozialen Wohnbau im Passivhausstandard zu errichten“, sagte Rümmele. Man werde das „notwendige Gleichgewicht“ finden müssen, so Rümmele.


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