Cannabisdealer in Klagenfurt zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Klagenfurt (APA) - Drei Kärntner Cannabisdealer und -konsumenten sind am Mittwoch in zwei Strafprozessen am Landesgericht Klagenfurt zu mehr...

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Klagenfurt (APA) - Drei Kärntner Cannabisdealer und -konsumenten sind am Mittwoch in zwei Strafprozessen am Landesgericht Klagenfurt zu mehrjährigen, teilbedingten Haftstrafen verurteilt worden. Ein 21- und ein 23-Jähriger hatten insgesamt neun Kilogramm Marihuana verkauft bzw. selbst geraucht, ein 45-Jähriger hatte 4,2 Kilogramm selbst angebaut. Alle waren geständig, die Urteile sind rechtskräftig.

Zuerst waren der 21-Jährige und sein um zwei Jahre älterer Kompagnon an der Reihe. Sie präsentierten sich dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Gernot Kugi als Häuflein Elend. Sie hätten mit dem Verkaufen begonnen, um genug Geld für den Eigenbedarf zu haben, beteuerten sie, in Wahrheit sei ihnen aus dem ganzen Geschäft nichts übrig geblieben. Sechs Kilogramm wollen die beiden selbst verbraucht haben. Der 23-Jährige meinte, er habe ja deshalb auch weiterhin als Koch gearbeitet, weil das Geld nicht gereicht habe. Staatsanwältin Tina Frimmel-Hesse äußerte allerdings massive Zweifel daran, dass die beiden derartig viel selbst geraucht haben könnten. „Da wären Sie ja nicht mehr zum Arbeiten gekommen.“ Sie forderte eine schuldangemessene Strafe.

Die Verteidigerinnen unterstrichen, dass ihre Mandanten geradezu „überschießende Geständnisse“ abgelegt hätten, als sie wegen einer anderen Causa einvernommen worden seien. Diese seien fast schon Selbstanzeigen gleichgekommen. Beide versprachen hoch und heilig, nie wieder mit Rauschgift zu tun haben zu wollen, sie seien auch clean, betonten sie. Letztlich erhielten die jungen Männer jeweils drei Jahre Haft, eines davon unbedingt. Die Höchststrafe beträgt bei der angeklagten Menge 15 Jahre. Beide nahmen ihr Urteil sofort an.

Wenig später stand ein 45-Jähriger vor Richter Gernot Kugi. Er war der Produktion von 4,2 Kilogramm Cannabis angeklagt, 2,6 Kilogramm davon hatte er verkauft. Der Rest wurde als Eigenkonsum abgezogen, weshalb er auch vor dem Einzelrichter stand und nicht vor einem Schöffensenat. Auf die Frage von Richter Kugi, warum er denn Cannabis konsumiere, meinte der Kärntner: „Mich beruhigt es einfach, wenn ich von der Arbeit komme.“ Mit dem Verkauf habe er nur begonnen, um die hohen Kosten für die Produktion zu decken, nicht um Geld zu scheffeln. Der Mann gab zu, auch jetzt noch Cannabis zu konsumieren und erklärte sich zu einer Therapie bereit, im Fall des Falles auch zu einer stationären.

Er wurde zu 24 Monaten Haft verurteilt, von denen ihm 16 bedingt nachgesehen werden. Als Nächstes wird entschieden, ob er eine Therapie bekommt, diese würde die Gefängnisstrafe ersetzen. Auch in diesem Fall verzichtete Staatsanwältin Tina Frimmel-Hesse auf Rechtsmittel, nachdem der 45-Jährige die Strafe sofort angenommen hatte.


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