Skispringen: Damen-Trainer Felder hofft nach Verletzungen auf Olympia

Lillehammer (APA) - Keineswegs ideal ist die Vorbereitung der ÖSV-Skispringerinnen auf die Olympia-Saison verlaufen. Cheftrainer Andreas Fel...

  • Artikel
  • Diskussion

Lillehammer (APA) - Keineswegs ideal ist die Vorbereitung der ÖSV-Skispringerinnen auf die Olympia-Saison verlaufen. Cheftrainer Andreas Felder musste im Sommer eine Zwangspause von Jacqueline Seifriedsberger und den mehrmonatigen Ausfall von Daniela Iraschko-Stolz hinnehmen. Felder hofft, dass bis zu den Winterspielen in Pyeongchang das gesamte Team fit ist. Beim Auftakt am Freitag trägt Chiara Hölzl die Hoffnungen.

Ex-Weltcupsiegerin und Ex-Weltmeisterin Iraschko-Stolz befindet sich nach einer weiteren Knieoperation auf dem Weg zurück, bei günstigem Verlauf will die 34-jährige Wahl-Tirolerin Mitte Dezember erste Sprünge absolvieren. Seifriedsberger sei auf gutem Weg, die Trainingspause lasse sich aber nicht wegleugnen, daher fehle es auch noch an der Konstanz, erklärte Felder am Mittwoch, einen Tag vor der Qualifikation in Lillehammer.

Bei der 20-jährigen Hölzl lief hingegen alles nach Plan. „Sie ist so fit wie noch nie und befindet sich körperlich und sprungtechnisch auf Topniveau“, sagte Ex-Weltmeister Felder der APA. „Vom Potenzial her traue ich ihr Platzierungen unter den ersten fünf zu.“ Nun gehe es für die Salzburgerin darum, auch im Wettkampf die besten Sprünge zu zeigen.

Die ÖSV-Damen trainieren bereits seit Montag auf den Lysgaardsbakken in der Olympiastadt von 1994. Weil am Sonntag als dritte Konkurrenz für die besten 30 ein Großschanzenbewerb in Szene geht, gab es auch auf dieser Schanze zwei Trainingseinheiten. „Etwas übertrieben finde ich es schon, gleich beim ersten Weltcup auf der großen Schanze zu springen“, meinte Felder. Seine Erwartungen sind vorerst nicht allzu hochgesteckt. „Wir sind für jede gute Platzierung dankbar.“

Hölzl nahm vom Großschanzentraining allerdings viel Positives mit. „Das hat mir viel Selbstvertrauen gegeben, das taugt mir, wenn es auf der Schanze etwas weiter geht. Meine Form stimmt und ich freue mich auf den Auftakt“, betonte die WM-Zweite im Mixed-Bewerb von 2013.

Als Nummer eins wird neuerlich die vierfache Weltcupsiegerin Sara Takanashi erwartet. Die 21-jährige Japanerin hält wie Gregor Schlierenzauer, der Beste bei den Herren, bei 53 Erfolgen. Einzel-Gold bei Olympia oder bei Weltmeisterschaften blieb ihr allerdings bisher verwehrt. Bei den Großereignissen triumphierte zuletzt jeweils die Deutsche Carina Vogt, die im Weltcup erst zweimal gewonnen hat.

Im neun Stationen umfassenden Weltcup-Kalender wäre noch genügend Platz für weitere Termine. Der ÖSV tritt als Veranstalter auf - Hinzenbach in Oberösterreich ist am 3. und 4. Februar Schauplatz der Olympia-Generalprobe, ein WM-Test in Seefeld für 2019 ist aber vorerst nicht im Programm.

Felder kritisierte angesichts einer einmonatigen Pause zwischen den Winterspielen (12.2.) und dem vorletzten Saisonbewerb in Oslo (11.3.) das fehlende Engagement mancher Verbände, als Veranstalter aufzutreten. „Frankreich und Italien haben sehr gute Springerinnen, aber sie drücken sich.“

ÖSV-Team Weltcup-Auftakt Lillehammer: Chiara Hölzl, Claudia Purker (beide S), Jacqueline Seifriedsberger, Elisabeth Raudaschl (beide OÖ)


Kommentieren