Kein Glyphosat bei Tirol Milch

Kritik an der weiteren Zulassung auch von bellaflora, Grüne bringen Antrag in Bundesrat ein.

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In Hall möchte die Gemeindeführung "so rasch wie möglich" ganz ohne das Pflanzengift Glyphosat auskommen. In Völs war ein Antrag der Grünen auf kompletten Verzicht im April abgelehnt worden. (Symbolfoto)
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Brüssel, Wien, Innsbruck –Tirol-Milch-Bauern verwenden künftig kein Glyphosat mehr. Auch die Schärdinger und Stainzer Milchbauern werden das umstrittene Pflanzenschutzmittel nicht mehr spritzen. „Unsere Konsumenten erwarten diese klare Haltung“, erklärte der Geschäftsführer des Mutterkonzerns Berglandmilch Josef Braunshofer am Mittwoch. Die Umsetzung eines Glyphosat-Verbotes sei nur logisch.

Auch Alois Wichtl, Geschäftsführer des Gartenzubehörhändlers bellaflora, kritisierte die Entscheidung der EU-Kommission als „nicht wiedergutzumachenden Fehler“. Das Unternehmen hat Glyphosat bereits 2013 aus den Regalen genommen. Die EU-Kommission hatte das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für weitere fünf Jahre in der EU zugelassen. Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die EU-Agenturen halten den Wirkstoff allerdings für unbedenklich.

Auch in Argentinien wird die Verlängerung der Zulassung des Pflanzengiftes in der EU beobachtet. Dort wächst seit Jahren der Widerstand gegen Glyphosat. 200 Mio. Liter werden dort vor allem auf Sojafeldern versprüht, rund 12 Mio. Menschen kommen laut Schätzungen mit dem Mittel in Kontakt. Die Grünen wollen – zwar nicht mehr im Nationalrat, aber im Bundesrat – einen Gesetzesantrag einbringen, der sich für ein Verbot für die nationale Anwendung von Glyphosat einsetzt. Glyphosat werde im Privatbereich sehr oft unbedacht auf Kosten der Gesundheit von Kindern verwendet, erklärte die grüne Bundesrätin Nicole Schreyer. Spar-Vorstand Gerhard Drexel fordert einen Glyphosat-Ausstiegsplan von der zukünftigen Bundesregierung. Unterdessen zeigt sich die EU-Kommission „zufrieden“ mit der Entscheidung der Verlängerung. Die EU werde ihren Vorschlag am 12. Dezember finalisieren und dann auf eine EU-Bürgerinitiative gegen Glyphosat antworten. Die derzeitige Glyphosat-Zulassung für die EU läuft am 15. Dezember ab. (TT)

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