Fischler: Doppelpass für Südtiroler wenig sinnvoll

Innsbruck – Für den ehemaligen EU-Kommissar Franz Fischler wird die Debatte über die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler zu eindimension...

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© Böhm

Innsbruck –Für den ehemaligen EU-Kommissar Franz Fischler wird die Debatte über die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler zu eindimensional geführt. „Die österreichische Politik muss sich generell damit auseinandersetzen, wie sie mit Doppelstaatsbürgerschaften umgeht“, betont der Präsident des Europäischen Forums Alpbach gegenüber der TT. Allein für die Nachkommen jener Südtiroler, die Angehörige der Habsburgermonarchie gewesen seien, werde es nicht gehen.

Seit 19 Abgeordnete des Südtiroler Landtags in der Vorwoche an die Koalitionsverhandler von ÖVP und FPÖ den Wunsch nach einer Doppelstaatsbürgerschaft herangetragen haben, ist die Diskussion über den Doppelpass wieder aufgeflammt. Jetzt sprechen sich auch 25 ehemalige Politiker der Südtiroler Volkspartei wie Altlandeshauptmann Luis Durnwalder sowie die früheren Parteiobmänner Siegfried Brugger und Elmar Pichler ebenfalls dafür aus. In Österreich drängt vor allem die FPÖ auf eine Änderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes zugunsten der deutsch- und ladinischsprachigen Sprachgruppe in Südtirol.

Über den tatsächlichen Stand der Verhandlungen ranken sich derzeit lediglich Gerüchte, die von außen befeuert werden. Zwar soll das Innenministerium bereits mit Fragen zu einer Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler konfrontiert worden sein, schließlich kostet der Erwerb der Staatsbürgerschaft rund 1200 Euro. Offenbar will die ÖVP dem Thema Südtirol generell ein Kapitel widmen. Dabei dürfte es vorrangig um die Verankerung der Schutzfunktion in der Verfassung gehen, zur Doppelstaatsbürgerschaft könnte es eine Absichtserklärung geben. (pn)


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