Missbrauchsvorwürfe - BSO legte 5-Punkte-Programm zur Prävention vor

Wien (APA) - Die Bundes-Sportorganisation (BSO) hat am Mittwoch den Schutz vor Missbrauch in jeder Form, besonders von Kindern und Jugendlic...

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Wien (APA) - Die Bundes-Sportorganisation (BSO) hat am Mittwoch den Schutz vor Missbrauch in jeder Form, besonders von Kindern und Jugendlichen, als Grundprinzip in den österreichischen Sportverbänden und Vereinen hervorgehoben. Die aktuell diskutierten Fälle seien Anlass, die Aktivitäten in Erinnerung zu rufen und weitere Maßnahmen zu planen. Am Mittwoch legte die BSO dazu folgendes Fünf-Punkte-Programm vor:

1. Im Grundkonsens über die Priorität des Schutzes von Kindern und Jugendlichen wird der Österreichische Sport schnellstmöglich ein dichtes Netz an Vertrauenspersonen zum Kinderschutz in allen Mitgliedsverbänden aufbauen. Bis Mitte 2018 soll ein Netzwerk von 100 geschulten Vertrauenspersonen vorhanden sein, die in allen Sportarten verankert sind.

2. Bis Mitte 2018 schicken BSO und der Verein 100% Sport externe Expertinnen und Experten in alle Führungsgremien der Bundesverbände, um in diesem internen Rahmen offen und sachlich die Ausgangslage, die Bedrohungspotenziale und die möglichen Maßnahmen zu besprechen.

3. Den Verbänden wird empfohlen, bei ihren Trainerbestellungen und bei denen ihrer Mitgliedsvereine auf die persönliche Eignung der Trainerinnen und Trainer besonderes Augenmerk zu legen, einen erweiterten Strafregisterauszug einzufordern und einen Ehrenkodex unterzeichnen zu lassen.

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4. Die Bundes-Sportorganisation verstärkt ihr bereits vorhandenes Fort- und Weiterbildungsprogramm durch Verdoppelung der Workshops zur Prävention.

5. Als zweite Säule neben der verbandsinternen Präventionsarbeit und der Implementierung von Notfallplänen im Anlassfall verstärkt die BSO die Kooperation mit externen Fachinstitutionen. Zu diesem Zweck lädt die BSO noch in diesem Jahr zu einem Round Table mit den Opferschutzeinrichtungen ein, um für alle Fälle aus dem Sport eine abgestimmte Vorgangsweise bei der Wahrung der Opferinteressen und der Folgemaßnahmen zu diskutieren. Durch die verstärkte Kooperation mit fachlichen Expertinnen und Experten soll eine Anlaufmöglichkeit außerhalb des „Systems“ Sport geboten werden und eine externe Begleitung der Maßnahmen des Sports sichergestellt sein.


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