Hamas hindert Angestellte der Palästinenserbehörde an Rückkehr

Jerusalem (APA/dpa) - Die radikal-islamische Hamas hat am Mittwoch Dutzende Mitarbeiter der Palästinenserbehörde von Präsident Mahmoud Abbas...

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Jerusalem (APA/dpa) - Die radikal-islamische Hamas hat am Mittwoch Dutzende Mitarbeiter der Palästinenserbehörde von Präsident Mahmoud Abbas daran gehindert, an ihre alten Arbeitsplätze im Gazastreifen zurückzukehren. Regierungssprecher Yousef al-Mahmoud äußerte „tiefes Bedauern“ über den Schritt der Hamas. Auch Kommunalminister Hussein al-Araj sei daran gehindert worden, in Gaza in sein Büro zu gehen.

Mitarbeiter der gemäßigteren Fatah hatten ihre Positionen im Gazastreifen 2007 aufgrund des Bruderzwists mit der radikal-islamischen Hamas verlassen. Laut der zuständigen Gewerkschaft geht es nun um 17.000 Arbeitskräfte.

Im Zuge eines Versöhnungsprozesses zwischen den beiden größten Palästinenserorganisationen sollen die Fatah-Mitarbeiter ihre Stellen in der Verwaltung im Gazastreifen zurückbekommen. Offen ist aber noch, was dann mit rund 43.000 Hamas-Mitarbeitern passieren soll.

Die bisher nur das Westjordanland kontrollierende palästinensische Regierung von Präsident Mahmoud Abbas sollte bis Freitag die Verwaltung des Gazastreifens übernehmen. Es wird jedoch damit gerechnet, dass sich die Übernahme verzögert.

Die Hamas warf der Fatah vor, „Chaos und Verwirrung in verschiedenen Ministerien im Gazastreifen“ zu stiften. Der Aufruf der Regierung an die Angestellten, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren, sei unverantwortlich. Dies widerspreche dem Versöhnungsabkommen beider Seiten. Laut Hamas soll ein gemeinsames Komitee erst über die Zukunft der Hamas-Mitarbeiter entscheiden. Eine Delegation des ägyptischen Geheimdienstes hält sich in Gaza auf und bemüht sich, zwischen beiden Seiten zu vermitteln.


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