Naturbahnrodler im Kühtai: “Peking würde mich motivieren“

Der Saisonauftakt der Naturbahnrodler im Kühtai wird vom Olympia-Traum überstrahlt.

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Von Alois Moser

Kühtai –Beim Saisonauftakt der Naturbahnrodler am Wochenende im Kühtai geht es in erster Linie um den kurzfristigen sportlichen Erfolg – langfristig aber um den Olympia-Traum einer ganzen Sportart. Dafür werden alle Register gezogen.

„Wir haben uns einiges einfallen lassen“, plaudert Gerald Kammerlander, Sportdirektor der österreichischen Naturbahnrodler, aus dem Nähkästchen. Denn beim Weltcup im schon „traumhaft winterlichen“ Kühtai (O-Ton Kammerlander) soll nicht nur der erhofften Zuschauermenge eine Show geboten werden, auch Delegationen des Internationalen Olympischen Komitees und der Veranstalter von Olympia 2022 in Peking werden erwartet. Für die Naturbahnrodler geht es um die Erfüllung des lang gehegten Traumes von Olympia – und dafür werden alle Hebel in Bewegung gesetzt. „Statt eines Parallelbewerbs gibt es heuer einen Einzelbewerb auf verkürzter Strecke“, doziert Kammerlander. Die 400 m lange Bahn soll die Zuschauer durch das Sprint-Format angesprechen: „Es wird dauernd etwas los sein.“

Neben einem aufwändigen Rahmenprogramm (u. a. Kinderrodelbahn) werden auch die Athleten von Red Bull Crashed Ice (spektakuläre Hindernisrennen auf Schlittschuhen, Anm.) ihren Auftritt auf der temporären Bahn mit dem Ziel im Zentrum von Kühtai haben. „Aber wir sind auf jeden Fall schneller“, schmunzelt Sportdirektor Kammerlander.

Auf dem Weg zu Olympia regiert indes die Langsamkeit: Seit den 70ern gibt es Bestrebungen, neben den Kunsteisrodlern auch ihren Pendants auf der Naturbahn olympische Weihen zukommen zu lassen. Mit ein Grund dafür ist sicher, dass die Popularität des Naturbahnrodelns lange Zeit vor allem auf Österreich und Italien beschränkt blieb – erst in den letzten Jahren zogen weitere Nationen wie Russland verstärkt nach.

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Am Wochenende (Samstag ab 14 Uhr Doppelsitzer, Sonntag ab 10 Uhr Doppelsitzer, Einsitzer und Teambewerb/auf ORF Sport+) soll ein Schritt Richtung Olympia 2022 gesetzt werden – deshalb auch das veränderte Format. „Für Olympia kommen vorerst nur Herren- und Dameneinsitzer in Frage“, so Gerald Kammerlander. Auch bei seinem Bruder Thomas, der den Gesamtweltcup verteidigen will, spukt Olympia bei aller Konzentration auf das aktuelle Geschehen schon ein wenig im Hinterkopf herum: „Vorerst gehen meine Planungen nur bis zur WM 2020. Olympia 2022 in Peking würde mich aber auf jeden Fall motivieren, vielleicht noch zwei Jahre dranzuhängen.“


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