„Ernster Zwischenfall“: Iran verweigert Bulgarien-Maschine Überflug

Sofia/Teheran (APA/dpa) - Der Iran hat Bulgariens Regierungsflugzeug mit Ministerpräsident Bojko Borissow und Ex-König Simeon II. Sakskoburg...

  • Artikel
  • Diskussion

Sofia/Teheran (APA/dpa) - Der Iran hat Bulgariens Regierungsflugzeug mit Ministerpräsident Bojko Borissow und Ex-König Simeon II. Sakskoburggotski an Bord aufgefordert, seinen Luftraum zu verlassen. Die Maschine war am Dienstag auf dem Weg nach Saudi-Arabien, das den Iran als Erzfeind betrachtet.

Der Flieger sei sofort in die Türkei zurückgekehrt und nach Absprache über den Irak weiter nach Riad geflogen, wie die bulgarische Außenministerin Ekaterina Sachariewa am Mittwoch in einer Mitteilung aus Riad erläuterte.

Das iranische Außenministerium erklärte, dass das bulgarische Regierungsflugzeug leicht vom Kurs abgekommen sei und deswegen gebeten wurde, den Luftraum zu verlassen, wie das Staatsradio in Sofia unter Berufung auf Sachariewa berichtete.

„Dies war ein ernster Zwischenfall mit nicht vorhersagbaren Folgen“, meinte der bulgarische Parlamentarier und Sicherheitsexperte Slawtscho Welkow. „Bulgarien hat riskiert, gleichzeitig ohne Regierungschef und ohne König zu bleiben.“ Der Leiter der iranischen Botschaft in Sofia sei ins bulgarische Außenministerium gerufen worden, sagte Sachariewa.

<p>10x Wanderausrüstung zu gewinnen</p>

<p>TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.</p>

Ex-König Simeon II. von Sachsen Coburg-Gotha (Sakskoburggotski), der von 2001 bis 2005 auch Bulgariens Regierungschef gewesen war, ist Ehrengast bei der Visite von Borissow in Saudi-Arabien. Aus seiner Exilzeit während des Kommunismus hat Simeon II. ausgezeichnete Kontakte zu Vertretern arabischer Königshäuser, die er in den 1950er Jahren im ägyptischen Alexandria geknüpft haben soll.

Sofia strebt engere wirtschaftliche Beziehungen zu Saudi-Arabien an. Bulgarien übernimmt am 1. Jänner 2018 den EU-Ratsvorsitz.


Kommentieren