Immopreise in Region Kitzbühel gleichen Wunschkonzert

Einen Überblick über die Immobilienpreise in Kitzbühel und zwölf Orten in der Region gibt der neue IMMOblick. Dieser fördert überraschende Ergebnisse zutage, bestätigt aber auch ein hohes Preisniveau.

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Der Immobilienmarkt in Kitzbühel und Umgebung in den vergangenen vier Jahren wurde genau unter die Lupe genommen.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Teuer: Dieses Wort hört man immer, wenn es um Immobilien in Kitzbühel und Umgebung geht. Als Maßstab werden oft Rekordverkäufe oder Immobilien-Anzeigen herangezogen. Doch wie es mit den Preisen für Grundstücke und Wohnungen in der Region wirklich aussieht, wollte die Sparkasse Kitzbühel genauer wissen. Dazu hatte die Bank am Dienstagabend in die Musikschule Kitzbühel geladen, dabei wurde der erste „IMMOblick Kitzbühel & Umland“ vom Immobilien-Experten Berger Consulting präsentiert. „Wir bewegen uns in der Region in einer Schere zwischen teuren Immobilien als Investment und einem schwachen Einkommen, welches es den Einheimischen erschwert, mit den Preisen mitzuhalten“, erklärt Franz Stöckl, Direktor der Sparkasse Kitzbühel.

Im „IMMOblick“ wird der Markt in Innsbruck bereits seit zwölf Jahren analysiert. Erstmals wurden nun von 2013 bis 2016 die Immobilien-Transaktionen in Kitzbühel und zwölf weiteren Orten der Region analysiert. Die Beschränkung auf die 13 Orte Aurach, Brixen, Ellmau, Fieberbrunn, Going, Jochberg, Kirchberg, Kirchdorf, Kitzbühel, Oberndorf, Reith, St. Johann und Westendorf ist damit begründet, dass eine gewisse Anzahl an Transaktionen in einem Ort stattfinden müssen, um eine gute Analyse abgeben zu können. „Kitzbühel ist einzigartig in ganz Österreich. Um Vergleichbares zu finden, muss man schon etwa St. Moritz oder Davos heranziehen“, sagt Peter Berger, der Autor der Vier-Jahres-Analyse. Dabei wurden im Beobachtungszeitraum nicht weniger als 1868 Transaktionen ausgewertet. Die Preisangaben beziehen sich auf die Kaufverträge, Ausreißer wie auch Familienverkäufe usw. wurden dabei aussortiert. Zudem wurden die Verkäufe in vier Sparten unterteilt: Grundstücke, Einfamilienhäuser, Wohnungen Erstkauf und Wohnungen Wiederverkauf.

NATIONALITÄT: Natürlich wurde auch erhoben, woher die Käufer stammen. Der Großteil der Käufer stammt mit gut 68 Prozent aus Österreich, weitere knapp 27 Prozent stammen aus Deutschland und knapp 3 Prozent aus der EU. Lediglich 1,4 Prozent stammen aus Drittländern. „Dazu gehören in Kitzbühel auch Käufer aus Russland. Jährlich sind es lediglich an die sieben Transaktionen in der Region, welche von Russen getätigt werden“, sagt Berger.

GRUNDSTÜCKE: Der Höchstpreis für Grundstücke stammt aus Kitzbühel mit 3700 Euro/m², gefolgt von Reith mit 2315 Euro/m². Den Mittelwert bei den Grundstückspreisen führt auch Kitzbühel an mit 1040 Euro/m², hier liegt an zweiter Stelle aber Going mit 801 Euro/m². Den größten Preisanstieg im Erhebungszeitraum verzeichnet die Gemeinde Westendorf mit einem Plus von knapp 80 %. Trotzdem liegt der Durchschnittspreis in Westendorf bei 295 Euro/m². Damit ist Westendorf eine der fünf Gemeinden, die beim Mittelwert unter 300 Euro/m² liegen – mit Brixen (282 Euro), Fieberbrunn (203 Euro), Kirchdorf (237 Euro) und Oberndorf (276 Euro). Überraschend an der Spitze liegt Kitzbühel aber auch beim niedrigsten Grundpreis mit 31 Euro/m², gefolgt von Westendorf mit 50 Euro/m² und Jochberg mit 82 Euro/m².

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EINFAMILIENHÄUSER: Das teuerste Haus wurde wenig überraschend in Kitzbühel um 23,9 Millionen Euro verkauft, auf Platz zwei folgt hier Reith mit 9,8 Mio. Euro und Aurach mit 6 Mio. Euro. Doch es geht auch günstig in der Region, das billigste Haus wechselte in Kirchdorf um 60.000 Euro den Besitzer. Und das, obwohl die Gemeinde den höchsten Preisanstieg in den vier Jahren mit 264 % Prozent verzeichnete. Der Mittelwert in Kirchdorf liegt bei 527.500 Euro. Bei der Steigerung liegt Westendorf wieder im Spitzenfeld, nämlich auf Platz zwei mit einer Steigerung von 235 % (Mittelwert: 836.667 Euro).

WOHNUNGEN IM ERSTVERKAUF: Hier liegt die Gemeinde Reith an der Spitze mit 7154 Euro/m², und das bei insgesamt 30 Transaktionen. Den höchsten Preisanstieg der vergangenen vier Jahre verzeichnete Kirchberg mit 63 Prozent. Nur in Kirchdorf liegt der Durchschnittspreis unter 300 Euro/m². Die günstigste Wohnung war in Brixen mit 1732 Euro/m² zu finden, gefolgt von St. Johann mit 1746 Euro/m².

BESTANDSWOHNUNGEN: Auch beim Durchschnittspreis der Bestandswohnungen liegt wieder Reith an der Spitze mit 5666 Euro/m², gefolgt von Oberndorf mit 5343 Euro/m². Hier gibt es auch den stärksten Anstieg seit 2013 mit 207 Prozent, gefolgt von Fieberbrunn mit 189 Prozent. Die durchschnittlich günstigsten Bestandswohnungen finden sich in Brixen, Aurach und Going.

WUNSCHPREISE: Einen eklatanten Unterschied verzeichnet Berger, wenn die Preise der angebotenen Immobilien mit den wirklichen Verkaufspreisen verglichen werden. Hier wurde der Durchschnittspreis der 2017 angebotenen Immobilien mit jenem der 2016 verkauften verglichen. In der Region lag der Wunschpreis 129 % über dem Verkaufspreis, in Kitzbühel 110 %. „Das gleicht schon fast dem Brief ans Christkind“, sagt Berger.


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