Europas Leitbörsen schließen uneinheitlich

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch ohne klare Richtung aus dem Handel gegangen. Ein erneuter Raketentest...

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Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch ohne klare Richtung aus dem Handel gegangen. Ein erneuter Raketentest des nordkoreanischen Regimes konnte Anleger wenig verunsichern. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,18 Prozent auf 3.590,06 Zähler, konnte jedoch seine deutlicheren Kursgewinne vom Vormittag nicht verteidigen.

Nach dem Flugwaffentest Nordkoreas setzte der UN-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung an. Das Treffen sei auf Bitten der USA, Japans und Südkoreas für Mittwochnachmittag (Ortszeit) einberufen worden, hieß es von den Vereinten Nationen in New York.

Abseits geopolitischer Spannungen in Fernost rückten zum einen die Austrittverhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union ins Zentrum. London und Brüssel nähern sich im Streit um die Brexit-Schlussrechnung offensichtlich einer Einigung. EU-Chefunterhändler Michel Barnier bestritt zwar, dass es bereits eine Einigung mit Großbritannien gebe. Der SPD-Europaabgeordnete Jens Geier bestätigte aber, dass ein britisches Angebot vorliege. Weitere Streitpunkte bleiben unterdessen die Rechte von in Großbritannien lebenden EU-Bürgern und die künftige EU-Grenze zwischen Irland und Nordirland.

Zum anderen blickten Anleger auf die Steuerreformpläne des US-Präsidenten Donald Trump. Ende der Woche soll eine Abstimmung des US-Senats stattfinden. Hier stößt die Reform auf eine Hürde, da mehrere Republikaner für Änderungen plädieren, hieß es weiter.

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Auch von der bald scheidenden US-Notenbankpräsidenten Janet Yellen gab es Neues zu einem baldigen Zinsschritt der Federal Reserve zu berichten. Dieser sei nämlich aufgrund des auf „breiter Basis“ stehenden Wirtschaftsaufschwungs berechtigt, merkte die Chefin der wichtigsten Notenbank der Welt in einer Rede an.

An der Datenfront rückte auf der einen Seite die europäische Wirtschaftsstimmung in den Vordergrund. Das Barometer stieg im November um 0,5 auf 114,6 Punkte, wie die EU-Kommission mitteilte. Das ist das höchste Niveau seit Oktober 2000, bevor das Platzen der damaligen Internet-Blase die Zuversicht trübte. Am Vormittag und frühen Nachmittag hatten Konjunkturdaten aus Frankreich, Deutschland und Spanien insgesamt für keine großen Überraschungen gesorgt.

In den USA wuchs die Wirtschaft im Sommer dagegen etwas stärker als gedacht. Wie das Handelsministerium mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um auf das Jahr hochgerechnet 3,3 Prozent zum Vorquartal. Eine erste Schätzung hatte einen Anstieg um annualisiert 3,0 Prozent ergeben. Analysten hatten mit einer Korrektur gerechnet, allerdings nur auf 3,2 Prozent. Zudem stiegen in den Vereinigten Staaten die nicht abgeschlossenen Hausverkäufe im Oktober deutlich stärker als erwartet.

Gut gesucht waren am heutigen Handelstag sowohl Banken- als auch Rohstoffwerte. Deutsche Bank stiegen so um 2,36 Prozent. Das Unternehmen hatte sich zuvor zu seinen Restrukturierungsambitionen geäußert. Der Umbau der Investmentbank soll noch weitere zwei bis drei Jahre andauern.

Die Titel des Finanzinstitut BBVA gewannen 1,99 Prozent. Die spanische Bank verkauft Immobilien im Wert von rund 4 Milliarden Euro an den US-Investor Cerberus. Grund dafür sind strengere Kapitalauflagen und die Fokussierung auf das Kreditgeschäft, nachdem es 2007 einen Crash am spanischen Immobilienmarkt gegeben hatte.

Mit deutlichen Abschlägen präsentierten sich Technologiewerte. Die Anteilsscheine des Halbleiterproduzenten ASML Holding verloren am heutigen Handelstag 4,67 Prozent.

Unter den weiteren Einzelwerten stiegen die Wertpapiere der Londoner Börse (LSE) am Mittwoch um leichte 0,13 Prozent. Der Chef der LSE, Xavier Rolet, trat am Mittwoch mit sofortiger Wirkung zurück. Bis ein Nachfolger ernannt sei, solle Finanzvorstand David Warren die Aufgaben zusätzlich übernehmen, teilte man mit.

Die Aktien von Volkswagen kletterten wiederum mit plus 3,39 Prozent nach oben. Der Konzern hatte unter anderem angekündigt, mehr Geld in die Entwicklung von Elektroautos stecken zu wollen.

Die Wertpapiere von Philips gaben 1,05 Prozent ab. Das Papier war im Tagesverlauf ins Minus gedreht. Zuvor gab der Elektro- und Gesundheitstechnikkonzern bekannt, er sei bei der geplanten kompletten Trennung vom Lichtgeschäft einen großen Schritt weitergekommen. Die Aktien von Philips Lighting reduzierten sich um 5,38 Prozent.

Die Ankündigung einer engeren Partnerschaft zwischen Air France-KLM und der indischen Jet Airways verlieh dagegen den Papieren der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Auftrieb. Deren Aktien stiegen um 0,52 Prozent.

Die Aktien des französischen Autobauers PSA Peugeot Citroen verloren am heutigen Handelstag fast 4 Prozent. Vier Monate nach dem Kauf von Opel will der französische Konzern vom früheren Eigentümer General Motors (GM) Insidern zufolge rund die Hälfte des Kaufpreises zurück.

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Punkte Prozent Wien ATX 3.330,86 9,72 0,29 3.321,14 Frankfurt DAX 13.061,87 2,34 0,02 13.059,53 London FT-SE-100 7.393,56 -67,09 -0,90 7.460,65 Paris CAC-40 5.398,05 7,57 0,14 5.390,48 Zürich SPI 10.655,04 -32,34 -0,30 10.687,38 Mailand FTSEMIB 22.325,94 34,17 0,15 22.291,77 Madrid IBEX-35 10.267,70 123,30 1,22 10.144,40 Amsterdam AEX 541,42 -2,17 -0,40 543,59 Brüssel BEL-20 3.999,41 13,75 0,34 3.985,66 Stockholm SX Gesamt 1.618,69 -2,12 -0,13 1.620,81 Europa Euro-Stoxx-5 3.590,06 6,57 0,18 3.583,49

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Euro-Stoxx 390,78 0,69 0,18 390,09 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA555 2017-11-29/18:21


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