Alte Ortskerne blühen dank Förderprogramm auf

Der Bezirk Landeck ist Vorreiter in der Ortskernrevitalisierung. In den vergangenen zwei Jahren konnten zwölf Förderprojekte realisiert werden.

  • Artikel
  • Diskussion
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Stanz, Ried, Prutz –„Wir haben Nachwuchs bekommen“, verrät Jakob Hofer aus Prutz. Er stand mit seiner Familie vor zwei Möglichkeiten: aus dem 600 Jahre alten Elternhaus in Dorfmitte ausziehen und sich neuen Wohnraum irgendwo am Dorfrand beschaffen. Oder eine Tenne im Elternhaus nutzen, um eine neue Wohnung einzurichten. Die junge Familie entschied sich für den Um- und Ausbau der Tenne. Eine attraktive Wohnung, 85 Quadratmeter, entstand. Ein Riesenfenster beschert viel Tageslicht. „Es freut uns, dass wir gemeinsam unter einem Dach bleiben können“, resümierte die Jungfamilie, als kürzlich Besucher vom Landecker Regionalmanagement regioL sowie von der Abteilung Dorferneuerung des Landes eintrafen.

Der Landecker Architekt Harald Kröpfl, im Auftrag von regioL als Koordinator für Ortskernrevitalisierung tätig, erläuterte Grundsätzliches: „In vielen Dörfern wandern die Bewohner ab, Dorfkerne sterben. Am Dorfrand entsteht neuer Wohnraum, bisher unbebaute Flächen werden verbraucht.“

Mit der Ortskernrevitalisierung, einem Förderprogramm der Abteilung Dorferneuerung, will das Land gegensteuern. „Ziel ist es, dass die Leute im Dorf bleiben“, hob Kröpfl hervor. Alte Bausub­stanz könne, bei professioneller Sanierung, hervorragende Lebensqualität bieten. Mit zwölf Revitalisierungsprojekten in zwei Jahren sei der Bezirk Landeck tirolweiter Spitzenreiter, weiß Stefan Schöpf von der Dorferneuerung. Eine Wohnung könne mit bis zu 32.000 Euro gefördert werden. Im Obergricht gibt es zusätzlich Geld aus dem Sonderförderprogramm des Landes.

In Stanz hat Edelbrenner Christoph Kössler Teile des 600 Jahre alten Prandtauer-Hauses renoviert. Die Fassade mit den vier Fresken strahlt wieder in neuem Glanz, auch eine Wohnung mit einer Original-Fachwerkwand ist saniert. „Kössler hat das Gespür, dass man aus dem historischen Objekt mehr herausholen kann“, stellte Kröpfl fest. „Und er hat die Chance genutzt, dem Haus eine neue Ausstrahlung zu verleihen.“

Auch in Ried gibt es wertvolle alte Bausubstanz. Etwa im ehemaligen Pfarrwidum, 650 Jahre alt. Der Arzt Robert Stefan hat das denkmalgeschützte Objekt gekauft und aufwändig restauriert. „Das Haus ist wichtig für Ried. Es soll der Nachwelt erhalten bleiben“, sagte Stefan.


Kommentieren


Schlagworte