Hilfsprojekt von Tirolerin trägt Früchte: “Wasser in Mutoko fließt“

Vor vier Jahren hat Magdalena Kärle ein Hilfsprojekt in Simbabwe gestartet. 28.400 Euro und eine lustige Verwechslung verhalfen 250 Menschen in Mutoko zu sauberem Wasser.

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Die Pumpe arbeitet, das Wasser sprudelt. Magdalena Kärle hat die Wasserversorgung in Mutoko realisiert.
© Kärle

Von Simone Tschol

Stanzach, Mutoko –Ein freiwilliges soziale Jahr hat die Stanzacherin Magdalena Kärle vor Jahren nach Simbabwe geführt. Der Besuch in einem Waisenhaus in Mutoko hat das Leben der 24-Jährigen verändert. Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen musste in einem Eimer von einer kleinen Wasserstelle geholt werden. Zwar habe eine amerikanische Organisation schon 2006 dort nach Wasserquellen gesucht und drei Kilometer vom Waisenheim auch eine gefunden. Im Zuge der Wirtschaftskrise 2008 zogen die Amerikaner jedoch ab. Toi­letten, Duschen und Waschbecken waren installiert – Wasser floss aber keines.

Magdalena Kärle wollte das Werk vollenden und beschloss, Gelder zu sammeln und zu helfen. Unter dem Titel „Wasser für Mutoko“ hielt sie Vorträge und nach und nach fanden sich immer mehr Schulen, Kindergärten, Vereine, Hoteliers und Privatpersonen, die die Stanzacherin unterstützten. Kürzlich informierte sie im Gemeindesaal in Stanzach ihre „Geldgeber“ vom Fortschritt des Projektes. „Die Quelle wurde erschlossen, Wasserleitungen besorgt und verlegt. Und heute kann ich euch voller Freude berichten: Das Wasser in Mutoko fließt.“

28.400 Euro an Spenden und eine lustige Verwechslung haben dazu beigetragen, dass das Projekt vollendet werden konnte. Kärle: „Ich habe den Missionsschwestern klargemacht, dass sie sich auch selbst, also vor Ort, um Unterstützung kümmern müssen. Eine von ihnen hat mir dann gesagt, sie wolle bei der Botschaft um Hilfe bitten. Völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass es in Simbabwe keine österreichische Botschaft gibt, machte sie weiter und erklärte mir Monate später, dass der Botschafter ganz begeistert sei, dass eine junge Australierin sich so einsetze. Ich musste lachen, habe ihr dann erklärt: ,No kangaroos in Austria‘, also Austria und nicht Australia. Gleichzeitig hatte ich aber eine Riesengaudi, dass die Botschaft uns unterstützt“, meinte Kärle mit einem herzhaften Lachen. Und Australien habe tatsächlich die Stromversorgung für die Wasserpumpe übernommen.

Den Waisenkindern bleiben lange Wege zur Wasserstelle erspart.
© Kärle

„Wasser ist nicht nur Lebensgrundlage, es hilft auch, die Hygienebedingungen maßgeblich zu verbessern – nicht nur im Waisenhaus“, sagt Kärle und fügt hinzu: „Die Quelle ist groß genug, um auch das umliegende Dorf, insgesamt rund 250 Personen, mit sauberem Wasser zu versorgen.“

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Neues Projekt habe sie derzeit keines in Planung. Dies ließe die aktuelle politische Situation im Land nicht zu. „Erst einmal abwarten“, meint Kärle.


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