TVB Achensee: Verdoppelung der Kurtaxe unter Protesten

Bei der TVB-Vollversammlung am Achensee hagelte es Kritik. Die Promillesatzerhöhung fand keine Mehrheit, die Drei-Euro-Kurtaxe schon.

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Der volle Saal bei der TVB-Jahreshauptversammlung.
© Dähling

Von Angela Dähling

Eben a. A. –Voller Saal bei der Jahreshauptversammlung des Achensee Tourismus – das verhieß nichts Gutes für die TVB-Führungsriege, sondern Protest. „Eine Erhöhung der Kurtaxe steht auf der Tagesordnung und schon ist der Saal voll“, meinte TVB-Obmann Johannes Entner trocken. Wie berichtet, sollte die Aufenthaltsabgabe in der 1,5 Mio. Nächtigungen zählenden Region von 1,50 auf drei Euro verdoppelt werden.

Man brauche das Geld für geplante Projekte der Agenda Achensee 2025, über die Mitglieder bereits vor drei Monaten informiert wurden: einen einzigartigen Radweg um den See mit schwimmenden Betonstegen und einer Fähre nur für Radler für eine bestimmte Passage; für eine lange Brücke in den See, für eine permanente Loipenbeschneiung, für einen Sommerbetrieb der Christlumlifte mit Radparcours, für ein Winterwunderland mit Lichtspielen u.v.m. „Wir haben vier Mio. € Budget. Ötztal Tourismus investiert allein in Infrastruktur 7,2 Mio €. Wenn wir nicht Gas geben, werden uns die anderen überholen“, erklärte Entner.

Überzeugen konnte das etliche Mitglieder aber nicht. „Wir entwickeln uns zum Disneyland!“, „Eine moderate Erhöhung auf zwei Euro ist okay, drei Euro sind zu viel – vor allem für kleine Vermieter!“, „Verlangts lieber für den an seine Kapazitätsgrenzen kommenden Gratisbus einen Euro!“, „Ihr hättet in einer Diskussion eine Erhöhung mit uns erörtern können, statt drei Euro einfach festzulegen!“, „Den Radweg brauchen wir nicht. Wir haben eine super Naturlandschaft!“ – das waren nur einige der kritischen Wortmeldungen dazu seitens diverser Mitglieder. „Eine tolle Natur haben viele, das ist kein Verkaufsargument. Man muss das Naturerlebnis ein bissl inszenieren“, entgegnete Entner, der sich auf Nachfragen und Bitten, den Antrag abzuändern bzw. davor über zwei Euro abzustimmen oder eine schrittweise Erhöhung ins Auge zu fassen, nicht einließ. „Ich verspreche euch aber, es wird in dieser und der nächsten TVB-Periode keine Erhöhungen der Kurtaxe mehr geben.“ „Gibt es einen Plan B, wenn es ein Nein zu den drei Euro gibt?“, fragt ein Vermieter. „Nein. Dann werden wir das alles nicht umsetzen können“, antwortete Entner. Auch der Promillesatz sollte von zwölf auf 13 Promille erhöht werden.

Während sich der Aufsichtsrat und Vorstand ruhig verhielt und sich auch sonst kein Befürworter der Erhöhungen zu Wort meldete, bekam Entner Rückendeckung von Martin Kofler (Tourismusabteilung des Landes). Er fungierte als Wahlleiter. Rumorender Protest wurde laut, als erklärt wurde, dass bei der Abstimmung eine Stimme der ersten (umsatzstärksten) Stimmgruppe 99-mal so viel zähle wie eine der Stimmgruppe 3. Mit der Mehrheit von 852 zu 393 Stimmen wurde die Kurtaxenerhöhung auf drei Euro beschlossen. Von den 111 Mitgliedern der Stimmgruppe 3 stimmten 63 mit Nein. Abgelehnt mit 665 zu 580 Stimmen wurde die Promillsatzerhöhung, die dem TVB rund 150.000 Euro eingebracht hätte.

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