Ankara: Gülen-Bewegung hinter US-Prozess gegen Goldhändler Zarrab

Ankara/New York (APA/dpa) - Nach Aussagen über Schmiergeldzahlungen durch den türkisch-iranischen Goldhändler Reza Zarrab an einen Ex-Minist...

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Ankara/New York (APA/dpa) - Nach Aussagen über Schmiergeldzahlungen durch den türkisch-iranischen Goldhändler Reza Zarrab an einen Ex-Minister hat die türkische Regierung den Prozess in den USA als inszeniertes „Theater“ bezeichnet. Vize-Premier Bekir Bozdag brachte am Donnerstag den Richter ebenso wie Zeugen und Experten in dem brisanten Strafverfahren in New York in Verbindung mit der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen.

Die türkische Regierung macht den in den USA lebenden Prediger für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. „Was für eine Gerechtigkeit können wir von so einem Gericht schon erwarten?“, sagte Bozdag am Donnerstag der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu in Ankara. „Von dort erwarte ich mir keine Gerechtigkeit.“ Zarrab sollte in dem Prozess wegen des Unterlaufens von US-Sanktionen gegen den Iran zu den neun Angeklagten gehören. Stattdessen ist er zum Kronzeugen geworden.

Am Mittwoch (Ortszeit) gab Zarrab zu, den damaligen türkischen Wirtschaftsminister Mehmet Zafer Caglayan mit Schmiergeldern in Millionenhöhe bestochen zu haben. Caglayan habe ihm dafür geholfen, über die staatliche türkische Halkbank „Gold-gegen-Öl-Deals“ abzuhandeln und Sanktionen gegen den Iran zu umgehen. Caglayan habe 50 Prozent der Profite bekommen.

Bozdag sagte am Donnerstag, auf Zarrab sei Druck ausgeübt worden. Caglayan war bis Ende 2013 Wirtschaftsminister unter dem damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Unabhängig von dem Verfahren in New York ist Erdogan derzeit auch durch die Opposition in der Türkei unter Druck geraten, die seinem familiären Umfeld Steuerflucht vorwirft.


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