Deponiepläne in Völs lösen politische Kontroverse aus

Die Firma Plattner strebt eine Bodenaushubdeponie am Vellenberg an. Teile der Völser Opposition fürchten Lärm- und Umweltbelastungen.

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© Thomas Boehm / TT

Von Michael Domanig

Völs –Die Zirler Firma Plattner & Co. hegt Pläne für eine Bodenaushubdeponie am Vellenberg im Südwesten von Völs – und sorgt damit in der Marktgemeinde für kontroverse Diskussionen. Vorgesehen ist die Schüttung von „inertem“ (also kaum bis gar nicht reaktivem) Material, konkret Bodenaushub und Baurestmassen. Die geplante Gesamtmenge beläuft sich – abhängig von der behördlichen Bewilligung – auf rund 300.000 bis 400.000 Kubikmeter.

Die Österreichischen Bundesforste besäßen auf Völser Gemeindegebiet an der Grenze zu Götzens unterhalb der Burgruine Vellenberg ein großes Waldstück, erklärt BM Erich Ruetz (VP) – und seien mit der Firma Plattner schon länger über eine mögliche Deponie im Gespräch. Verfahren sei noch keines eingeleitet worden, betont er. „Im Gemeinderat haben wir nun erhoben, ob sich Völs – falls die Deponie vom Land bewilligt wird – mit zwei gemeindeeigenen Grundparzellen anhängen soll.“ Diese würden laut Ruetz nur etwa zehn Prozent der Gesamtfläche ausmachen. VP, SPÖ und FPÖ stimmten dafür, einen solchen Verfüllungsvertrag ins Auge zu fassen, Grüne und GR Franz Köfel dagegen. Der geplante Vertragszeitraum soll sich offenbar auf bis zu 25 Jahre erstrecken.

Seitens des Unternehmens selbst verweist man nur darauf, dass das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt „noch nicht einmal eingereicht“ sei. Von GR Köfel (Franz Köfel & Team) kommt aber bereits scharfe Kritik. Diese betrifft zum einen die „Informationspolitik“ der Gemeindeführung: „Wir haben erst durch die Tagesordnung, die wir eine Woche vor der jüngsten Sitzung erhalten haben, davon erfahren – obwohl bereits ein Vorvertrag aufgesetzt wurde.“ Auch inhaltlich lehnt Köfel eine Deponie ab: „Bodenaushub sollte dort deponiert bzw. verwertet werden, wo er anfällt. Und Baurestmassen gehören recyclet, nicht endgelagert.“

Ähnlich äußern sich die Grünen: Man habe bisher keine näheren Unterlagen oder Pläne gesehen, erklärt GR Brigitte Gradl-Rangger, die genaue Lage und Ausdehnung der Deponie seien noch unklar. „Uns geht es um eine zusätzliche Lärm- und Luftbelastung für die Götzner und Völser“, sagt sie, „immerhin wäre mit schätzungsweise je 40.000 Lkw-Fahrten hin und retour zu rechnen.“ Die nächsten Anrainer seien nur ca. 200 Meter entfernt, so die Grünen. Generell sei der Standort im Wald „völlig ungeeignet“ und auch umweltpolitisch problematisch. Die Zukunft des bestehenden Rodelweges sehen die Grünen ebenfalls gefährdet.

Diese Kritik löst bei BM Ruetz Kopfschütteln aus: „Für Völs würde das keine zusätzliche Verkehrs- und Lärmbelastung bedeuten“, da die Zufahrt zur Deponie nicht durch Siedlungsgebiet, sondern ausschließlich über die Götzner Landesstraße, also von oben her, geplant sei. Das Thema sei im Bauausschuss (dem Grüne und Team Köfel freilich nicht angehören, Anm.) mehrfach behandelt worden. Für die Umweltauflagen sei das Land Tirol zuständig, ergänzt Ruetz, diese seien äußerst streng. Und: „Wenn Betreiber und Grundbesitzer das Projekt umsetzen wollen und die Behörde es genehmigt, kann die Marktgemeinde das sowieso nicht verhindern.“


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