„Bitcoin ist pure Spekulation“

Der Tiroler Uni-Professor Bank ortet wie auch Banker im Bitcoin-Hype den Aufbau einer Spekulationsblase. Ein IT-Experte sieht das anders.

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Innsbruck –Die Digitalwährung Bitcoin hat nach der Rekordjagd eine Achterbahnfahrt hingelegt. Vorgestern knabberte Bitcoin an der Marke von 11.000 US-Dollar. Gestern sackte der Kurs auf 9000 Dollar ab, zu Jahresbeginn war ein Bitcoin 1000 Dollar wert.

Der Innsbrucker Universitätsprofessor Matthias Bank warnt: „Bitcoin ist pure Spekulation. Es lässt sich nicht ausschließen, dass wir mitten im Aufbau einer Blase sind“, sagt der Finanzexperte. Denn hinter Bitcoin stünden keine realen Werte. „Man kauft Bitcoin nur, weil man glaubt, sie wieder teuer verkaufen zu können“, so Bank: „Es schafft die Gier.“ US-Hedgefonds-Manager Mike Novogratz warnte: „Das wird die größte Blase unseres Lebens.“

Bank zieht einen Vergleich mit der „dot-com-Blase“ Ende der 1990er-Jahre. Damals stürzten sich Anleger weltweit wie verrückt auf Aktien aufkommender Internet-Unternehmen in der Hoffnung auf steigende Kurse. Als die Firmen die Erwartungen nicht erfüllen konnten, platzte im Jahr 2000 die Spekulationsblase und die Kurse rasselten in den Keller.

Matthias Bank.
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Damals wie jetzt auch beim Bitcoin sei aber „die dahinterliegende Technologie gut“, sagt Bank. Die so genannte „Blockchain“, auf der Krypto-Währungen wie Bitcoin – daneben gibt es viele weitere digitale Währungen – basieren, sei schwer manipulierbar. Aber: Die Apps und virtuellen Geldbörsen am Handy, die für den Umgang mit dem Internet-Geld erforderlich sind, seien für Hacker angreifbar. Und weil das Blockchain-System anonym ist, sei ein Bitcoin-Diebstahl auch nicht nachzuverfolgen. Bank: „Vielleicht haben wir in einigen Jahren eine Lösung für eine gute Internet-Währung. Bitcoin wird es aber nicht sein. Mit dem kann man nur wetten.“

IT-Experte und Obmann der Fachgruppe UBIT in der Wirtschaftskammer Christoph Holz dagegen sieht im Bitcoin den „besten Kandidaten für ein funktionierendes Zahlungssystem im Internet“. Er selbst besitzt Bitcoins. Die Blockchain-Technologie sei „eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit“.

Aus Sicht von Blockchain- Experte Julian Hosp sind Blockchains und Kryptowährungen funktionsfähig. Es brauche nun Firmen, die einen einfachen Zugang zu der Technologie ermöglichen. (mas)


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