Missstände in Wohngemeinschaft - Polizei ermittelt „seit Monaten“

Eisenstadt (APA) - Die am Mittwoch bekannt gewordenen angeblichen Übergriffe in einer betreuten Wohngemeinschaft im Bezirk Neusiedl am See b...

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Eisenstadt (APA) - Die am Mittwoch bekannt gewordenen angeblichen Übergriffe in einer betreuten Wohngemeinschaft im Bezirk Neusiedl am See beschäftigen bereits seit einiger Zeit die Polizei. Die dahin gehenden Ermittlungen des Landeskriminalamtes würden bereits „seit ein paar Monaten“ laufen, sagte Staatsanwaltschafts-Sprecher Roland Koch am Donnerstag gegenüber der APA.

Die Erhebungen wären nach einer Anzeige seitens eines Jugendwohlfahrtträgers, der für einige der in der Einrichtung untergebrachten Kinder zuständig ist, eingeleitet worden. Die Ermittlungen gingen in Richtung sexueller Missbrauch und betreffen einen der Heimbewohner, sagte Koch und bestätigte damit einen Bericht des „Kurier“ (Burgenland-Ausgabe). Der Vorwurf laute, dass dieser für die Übergriffen verantwortlich sei.

Bettina Horvath, leitende Sozialarbeiterin des Landes Burgenland, erklärte, dass die Fachabteilung erst Anfang September in einem Schreiben der Volksanwaltschaft auf die Probleme in der Einrichtung hingewiesen worden wäre. Dass Missstände bereits vorher bekannt gewesen wären, „stimmt so nicht“, meinte Horvath. Vor September habe es keine Hinweise in Richtung der nun vorgeworfenen Übergriffe gegeben. Auch dahin gehende Gefährdungsmeldungen wären nicht bekannt gewesen.

Vom Gesetz her sei mindestens eine Kontrolle pro Jahr vorgeschrieben. Heuer wäre die Einrichtung zumindest dreimal durch die Fachabteilung kontrolliert worden. Dabei wäre nichts in Richtung eines angstbesetzten Klimas und weinender Kinder - wie von der Volksanwaltschaft behauptet - bemerkt worden. „Wir haben bei den Kontrollen vor Ort andere Situationen vorgefunden als von der Volksanwaltschaft jetzt geschildert“, meinte die leitende Sozialarbeiterin.

Nach Einlangen des Schreibens Anfang September wären sofort Maßnahmen getroffen worden. Man nehme einen jeden Hinweis ernst, so Horvath. Ein mutmaßlich übergriffiger Jugendlicher werde morgen, Freitag, in eine andere Einrichtung überstellt.

Die Geschäftsführerin der Wohngemeinschaft war am Donnerstagvormittag vorerst nicht erreichbar.


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