Schiebel Camcopter S-100 - Österreich-Drohne im Stiwoll-Einsatz

Wiener Neustadt/Stiwoll (APA) - Der österreichische Schiebel Camcopter S-100 ist eine der ausgereiftesten Drohnen-Entwicklungen, funktionier...

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Wiener Neustadt/Stiwoll (APA) - Der österreichische Schiebel Camcopter S-100 ist eine der ausgereiftesten Drohnen-Entwicklungen, funktioniert wie ein Helikopter und war auch schon für die OSZE zur Überwachung des Waffenstillstands in der Ostukraine im Einsatz. Nun wurde ein von der Polizei gemieteter S-100 mit Live-Kamera und Wärmebildgerät zur Suche nach dem flüchtigen mutmaßlichen Todesschützen von Stiwoll eingesetzt.

Der S-100 des Wiener Neustädter Unternehmens Schiebel ist grundsätzlich für die Mitnahme von Kamera, Infrarotsensoren oder elektromagnetischen Aufzeichnungsgeräten ausgestattet und allwettertauglich. Das Fluggerät gehört zur VTOL-Gruppe (Vertical Take off and Landing, Senkrechtstarter). Zu Aufklärungszwecken wurde der S-100 u. a. von der italienischen Marine beschafft, die sie von Schiffen aus einsetzt. Dies geschah etwa auch bei der Operation „Mare Nostrum“ zur Rettung von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer und bei der Operation „Atalanta“, dem Einsatz gegen Piraterie am Horn von Afrika. Die Betriebsstunde eines S-100 ist um etliches billiger als der Einsatz eines bemannten Hubschraubers. Die OSZE-Mission in der Ukraine verwendete vier Stück zur Überwachung von Geländeabschnitten, deren Betreten für Beobachter zu unsicher ist. Zwei sollen dabei verloren gegangen sein, eine angeblich durch Abschuss.

Die Reichweite des S-100 beträgt zwischen 80 und 180 Kilometern, die Einsatzdauer bis zu sechs Stunden mit mittlerer Nutzlast. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 220, die Reisegeschwindigkeit mit rund 105 km/h angegeben. Das maximale Abfluggewicht ist 200 Kilo, leer wiegt das Fluggerät 110 Kilo. Die Nutzlast wird mit bis zu 50 Kilo angegeben, wobei eine Station unter der Nase des Geräts zehn Kilo, an beiden Seiten je 12,5 Kilo, unter dem Bauch 50 Kilo und auf einer Zusatzstation zwischen Rumpf und Heckrotor maximal zehn Kilo zugeladen werden können. Die wichtigsten Geräte sind in der Station unter dem Bauch untergebracht.

Die Bedienung des Camcopters erfolgt manuell oder über vorherige Programmierung. Dabei fliegt das Gerät über eine festgelegte Wegstrecke entlang von sogenannten Way-points. Erfordert es die Lage oder wird ein Objekt entdeckt, welches eine nähere Betrachtung erfordert, kann ein Pilot übernehmen und zu diesem Zwecke manuell steuern. Das „Hoovern“ über dem Aufklärungsziel ist ein Vorteil gegenüber jenen Drohnen, die als Flächenflugzeuge dazu eine Schleife fliegen müssten. Bei einem Ausfall der Datenverbindung kehrt der Copter übrigens selbsttätig an seinen Ausgangspunkt zurück.

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Ausgestattet ist der S-100 mit doppeltem GPS sowie Trägheitsnavigationssystemen und Wankelmotorantrieb. Letzterer sorgt für weniger Schwingungen und somit bessere Kamerabilder. Gesteuert wird das Gerät von einem Team aus zwei Piloten, dazu kommt ein Techniker. Das Gerät wird von zwei Laptops aus über verschlüsselte Signale gesteuert. Am Laptop erfolgt auch die Aufzeichnung und Auswertung der aufgenommenen Daten. Der sogenannte „Cube“ schließlich ist die Schnittstelle zwischen dem S-100, den Piloten und eventuellen weiteren Datennetzen.

( S E R V I C E - Bilder des S-100 Camcopter sind im AOM abrufbar.)


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