Wiener U5 fährt 2 - Bauarbeiten starten im Herbst 2018

Wien (APA) - Nach den abgeschlossenen Planungen und zahlreichen Probebohrungen wird es im kommenden Jahr ernst mit dem U2/U5-Bau. Die Arbeit...

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Wien (APA) - Nach den abgeschlossenen Planungen und zahlreichen Probebohrungen wird es im kommenden Jahr ernst mit dem U2/U5-Bau. Die Arbeiten starten im Herbst 2018 bei der künftigen U2-Endstelle Matzleinsdorfer Platz. Von dort gräbt man sich dann mit der Tunnelbohrmaschine unterirdisch Richtung Zentrum. So sollen die Auswirkungen im dicht verbauten Gebiet möglichst gering gehalten werden.

Die U2 erhält bekanntlich ab der Station Rathaus in Richtung Süden eine komplett neue Trasse. Sie fährt dann über die Neubaugasse (U3) und die Pilgramgasse (U4) bis zum Matzleinsdorfer Platz. Mit dem riesigen Tunnelbohrer werde man vom Startschacht bei der künftigen Endstelle aus bis in die Nähe der Neubaugasse vordringen können, erklärte Wiener-Linien-Chef Steinbauer. Diese Bauweise habe den Vorteil, dass der Aushub - gerechnet wird mit rund 135.000 Tonnen - durch einen einzigen großen Schacht am Beginn der Triester Straße an die Oberfläche gelangen können. Dadurch bleiben zentrumsnahe Areale verschont.

Sehr wohl bemerken werden die Anrainer aber die Arbeiten für die jeweiligen Stationsaufgänge entlang der neuen Strecke. Und die Adaptierung der jetzigen U4-Haltestelle Pilgramgasse für die U2-Mitbenutzung bringt ab Februar 2019 eine rund einjährige Sperre dieser Station mit sich. Sprich: In der Pilgramgasse werden monatelang keine Züge halten. Die Wiener Linien sprechen von Synergieeffekten bei der Wahl des Zeitraums. Denn in das Jahr 2019 - konkret in die Sommerferien - fällt auch die schon länger bekannte Renovierungssperre der U4 zwischen Längenfeldgasse und Karlsplatz, für die noch nicht näher bekannte Ersatzmaßnahmen angedacht sind.

Die Arbeiten für die neue U5, die die jetzige Strecke der U2 vom Karlsplatz bis zum Rathaus bedienen und auf einem neu gebauten Abschnitt vorerst bis zum Frankhplatz im 9. Bezirk fahren wird, starten dann 2019. Die U3, aber auch die wichtigen umliegenden Straßenbahnlinien entlang des Baukorridors, sollen durchgehend zur Verfügung stehen - wenn auch teilweise Umleitungen nötig sein werden. Die U5 wird 2024, die U2-Verlängerung erst 2026 ihren Betrieb aufnehmen. Jene zwei Jahre, in denen die U2 noch nicht in den Süden fährt, wird sie sich übrigens den Abschnitt zwischen Rathaus und Karlsplatz mit der U5 teilen.

Geschäftsführer Steinbauer betonte heute, dass das Großvorhaben sich - anders als bei Verlängerungen am Stadtrand - auf das gesamte U-Bahn-Netz auswirken werde: „Zu den derzeit zehn großen Umsteigeknoten kommen vier weitere dazu.“ Das bedeute weniger Umwegfahrten und eine gleichmäßigere Verteilung der Fahrgäste. „Allein für die U6 erwarten wir eine Entlastung von 20 bis 25 Prozent“, prophezeite der Wiener-Linien-Chef. Auch die U1 und Teile der U3 würden vom neuen Linienkreuz profitieren.

Mit der ersten U2/U5-Ausbaustufe soll es übrigens nicht getan sein. In einer zweiten Phase soll die U5 dann über den Arne-Carlsson-Park und Michelbeuern/AKH (U6) bis zum Elterleinplatz im 17. Bezirk verlängert werden. Angepeilt ist 2026. Zwei Jahre später soll die U2 vom Matzleinsdorfer Platz weiter über die Gußriegelstraße bis zum Wienerberg fahren. Alles freilich unter der Voraussetzung, dass man sich mit der aller Voraussicht nach schwarz-blauen Bundesregierung auf die Finanzierung einigt. Denn anders als für die erste Ausbaustufe ist hier die übliche 50:50-Kostenteilung zwischen Bund und Land noch nicht paktiert.

( 1216-17, Format 88 x 180 mm)


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