Ärger über Wartezeit in Innsbrucker Parkhaus

Nach Problemen beim Kassenautomaten musste eine Kundin in einer Innsbrucker Tiefgarage eine Stunde lang warten. Der Techniker reiste mit dem Bus an.

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Innsbruck –„So geht man mit Kunden nicht um“, ärgert sich eine Frau aus Wildermieming noch Tage später. An einem Freitagnachmittag hatte sie in der Parkgarage des „Soh­o 2“ am Innsbrucker Grabenweg mit Problemen beim Kassenautomaten zu kämpfen.

„Ich habe den Parkschein hineingesteckt und mit einem 5-Euro-Schein bezahlt, aber weder Parkschein noch Wechselgeld kamen heraus“, erzählt sie. Die Kundin wählte die angegebene Notrufnummer. „Dort hieß es, dass ich auf den Techniker warten müsse und dies rund eine halbe Stunde dauern würde. In Wirklichkeit habe ich eine geschlagene Stunde gewartet.“ Bei insgesamt drei Telefonaten habe sie erklärt, aufs Wechselgeld zu verzichten, und vergeblich darum gebeten, einfach per Knopfdruck hinausgelassen zu werden. „Man sagte mir, dass der Techniker mit den Öffis anreisen müsse. Ich wurde ungeduldig, weil ich ja nicht wusste, wann er kommt“, sagt die Kundin. Der Techniker sei dann sehr zuvorkommend gewesen, ihr Kleingeld habe sie erhalten. „Aber was ist, wenn man einen dringenden Termin hat – und nicht aus der Garage kommt?“

Hubert Kohler, Prokurist und Technischer Leiter bei der für den Betrieb des Parkhauses zuständigen BOE Gebäudemanagement G.m.b.H., erklärt die Abläufe: „In unserem Callcenter in Wien sitzt geschultes Garagenpersonal, das österreichweit Probleme entgegennimmt und versucht, sie zu lösen. Ansonsten verständigen die Mitarbeiter unseren Garagendienst vor Ort.“ Am Freitagnachmittag sei nur noch ein Bereitschaftsdienst im Einsatz. „Eine Stunde ist ungewöhnlich lange“, betont Kohler, „die Zielvorgabe liegt zwischen 15 und 30 Minuten bei innerstädtischen Garagen, bei außenliegenden bei circa einer halben Stunde.“ Die Techniker seien tatsächlich dazu angehalten, per Öffis anzureisen – die Erfahrung zeige, dass man damit, gerade zu Stoßzeiten wie am Freitagnachmittag, meist schneller als mit dem Auto sei.

Theoretisch sei es möglich, die Schranken von Wien aus zu öffnen, erläutert Kohler. „Aber die Mitarbeiter im Callcenter dürfen im Normalfall nur öffnen, wenn sie vom Betriebsleiter in Innsbruck die Freigabe dafür erhalten. In der Regel muss ein Mitarbeiter vor Ort hinfahren.“ Schließlich dürfe die Öffnung per Knopfdruck nicht leichtfertig erfolgen. „Das wurde zum Teil auch schon ausgenutzt – es gibt Leute, die genau wissen, was sie sagen müssen, damit der Schranken aufgeht.“ Wenn ein Kunde durch die Wartezeit Nachteile habe, „erhält er von uns als Entschädigung Parkgutscheine“, stellt Kohler klar. (md)

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