Neue Direktorin krempelt Villa Blanka völlig um

Neue Ausbildungszweige und Schulformen: Sabine Wechselberger ist an der Tourismusschule zurück. Der geplante Umbau muss noch etwas warten.

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Sabine Wechselberger wechselte als Direktorin von der HAK Innsbruck an die private Tourismusschule Villa Blanka.
© Thomas Boehm / TT

Von Denise Daum

Innsbruck –An ihre „Herzensschule“ ist Sabine Wechselberger zurückgekehrt. Sie und Peter Kreinig haben mit dem heurigen Schuljahr ihre Direktorenjobs getauscht: Kreinig wechselte an die Handelsakademie Innsbruck, Wechselberger von dort an die Villa Blanka. Die von der Wirtschaftskammer getragene Privatschule hatte in den vergangenen Jahren mit zunehmendem Schülerschwund zu kämpfen. Wechselberger will dem entgegenwirken und die Villa Blanka „wieder zur Tourismusschule Nummer eins“ machen, wie die leidenschaftliche Touristikerin sagt.

Ab dem kommenden Schuljahr wird sich einiges ändern. Zum einen installiert Wechselberger neue Ausbildungszweige in der Höheren Lehranstalt: Schüler können dann zwischen einem internationalen Zweig mit Sprachenschwerpunkt, einem digitalen mit „Tourismus 4.0“ im Fokus sowie einem „touristalen“ Zweig wählen. Alle Zweige beinhalten unter anderem die Unternehmerprüfung.

Wechselberger führt wieder eine Schulform ein, die ihr Vorgänger eingestellt hatte, da er sie als nicht mehr zeitgemäß empfand: die dreijährige Fachschule. Die bekommt den Titel „kulinarische Meisterklasse“ und richtet sich an Praktiker, die nach acht Schuljahren nicht nochmals fünf bis zur Matura dranhängen wollen, wie die Direktorin erklärt. „Die Meisterklasse ist zudem unser Beitrag für den Tiroler Tourismus“, sagt Wechselberger mit Hinweis auf die fehlenden Arbeitskräfte in der Branche. „Es gibt überraschend viele Kinder, die Koch werden wollen. Mich hat bei einer Schulpräsentation ein Bub gefragt, welchen Zweig er gehen muss, um Haubenkoch zu werden“, schmunzelt Wechselberger. Wichtig sei, dass jeder Schüler für sich den richtigen Weg findet.

Ebenfalls umgekrempelt wird der Aufbaulehrgang, der sich an Absolventen einer Fachschule richtet und mit dem heurigen Schuljahr ausläuft. „Wenn erstmals Schüler die neue Fachschule abschließen, starten wir wieder mit dem neu strukturierten Aufbaulehrgang, der englischsprachig geführt werden soll“, erklärt Wechselberger.

Neu ist auch der Obmann des Vereins Villa Blanka. Wie berichtet, hat vor Kurzem der Pitztaler Hotelier Franz Staggl den langjährigen Obmann Klaus Ennemoser abgelöst. Die Hauptaufgabe für Staggl wird in den kommenden Jahren wohl der geplante große Umbau sein. Im Direktionsgebäude sollen ein neues Internat sowie neue Klassenräume entstehen. Mit den Plänen hängt man allerdings derzeit etwas in der Luft. „Es braucht zunächst eine Lösung für das MCI“, erklärt Staggl. Das ist bekanntlich in Räumen der Tourismusschule untergebracht und soll in einen Neubau in der Stadt übersiedeln. So lange will man auf der Villa Blanka aber mit dem Umbau nicht warten. „Wir sind in dieser Sache in Gesprächen mit Stadt, Land und Bund“, sagt der Neo-Obmann. Der Umbau soll in „absehbarer Zeit“ starten, Kostenschätzung will Staggl noch keine abgeben.


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