Russische Luftwaffe will Militärbasen in Ägypten nutzen

Moskau (APA/dpa) - Russland will mit seiner Luftwaffe künftig im Luftraum von Ägypten fliegen und Militärflughäfen bei dem engen Verbündeten...

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Moskau (APA/dpa) - Russland will mit seiner Luftwaffe künftig im Luftraum von Ägypten fliegen und Militärflughäfen bei dem engen Verbündeten der USA im Nahen Osten benutzen. Die russische Regierung in Moskau veröffentlichte am Donnerstag den Entwurf eines entsprechenden bilateralen Abkommens.

Darin wird unter anderem festgehalten, wie Kampfflugzeuge bei Landungen auf einer Militärbasis des anderen Landes gesichert werden sollen. Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew ermächtigte das Verteidigungs- und das Außenministerium, das auf fünf Jahre angelegte Abkommen mit Ägypten endgültig auszuhandeln und zu unterzeichnen.

Die Position Russlands im Nahen Osten ist schon durch das militärische Eingreifen im Syrien-Krieg gewachsen. Moskau unterhält in dem Bürgerkriegsland Stützpunkte seiner Luftwaffe und Marine. Durch das Abkommen mit Ägypten würde der russische Einfluss weiter wachsen, gerade auch mit Blick auf das instabile Nachbarland Libyen. Moskau und Kairo sind sich einig, dass sie die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) als größte Bedrohung im Nahen Osten sehen. Ägypten erhält auch Milliarden Dollar an Militärhilfe aus den USA, um in der Region ein Stabilitätsanker zu sein.

Moskau war unter Ägyptens erstem Präsidenten Gamal Abdel Nasser der traditionelle Verbündete Kairos in den 1950er und 1960er Jahren. Danach wendete sich das Land verstärkt dem Westen zu. Zuletzt belastete das Bombenattentat auf einen russischen Ferienflieger 2015 über der ägyptischen Sinai-Halbinsel das Verhältnis beider Länder. Nach der Katastrophe mit 224 Toten hatte Russland Direktflüge nach Ägypten aus Sicherheitsgründen untersagt.


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