Deutsche Minister beraten bei Treffen über Glyphosat-Streit

Berlin (APA/AFP/Reuters) - Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ...

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Berlin (APA/AFP/Reuters) - Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) haben am Donnerstag bei einem Treffen den Streit über den Unkrautvernichter Glyphosat erörtert. Der Dissens sei damit zwar „nicht aus der Welt“, sagte Hendricks der „Passauer Neuen Presse“ nach der Begegnung. „Aber wir sind uns einig, dass wir kollegial miteinander umgehen wollen.“

Hendricks und andere SPD-Vertreter sind erbost über Schmidts Ja zur Verlängerung der Glyphosat-Zulassung bei der EU. Die SPD hatte sich dagegen gewandt und deshalb auch eine Enthaltung Schmidts in Brüssel verlangt. Der Landwirtschaftsminister kündigte später an, er wolle mit Hendricks nach einer Lösung für einen restriktiveren Einsatz von Glyphosat in Deutschland suchen.

Schmidt sagte der Zeitung: „Die teilweise völlig entgleiste Art der Diskussion ist für mich erschreckend.“ Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung vom Donnerstag über Drohungen und Beleidigungen gegen den Minister berichtet. Deswegen sei dessen Facebook-Seite temporär vom Netz genommen worden, teilte das Fürther Wahlkreis-Büro dem Bericht zufolge mit.

Hendricks bezeichnete die persönlichen Angriffe auf Schmidt in der „Passauer Neuen Presse“ als „unerträglich.“ Sie verstehe, dass das Thema Glyphosat viele Menschen bewege. „Aber die Auseinandersetzung muss zivilisiert bleiben.“

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Der Vertreter des Agrarministeriums hatte am Montag in Brüssel auf Weisung Schmidts dafür gestimmt, die Zulassung von Glyphosat in der EU um weitere fünf Jahre zu verlängern. Das deutsche Ja war nicht mit Hendricks abgestimmt, die gegen die Verlängerung war. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Schmidt gerügt, weil er gegen die Geschäftsordnung der deutschen Regierung verstoßen habe. Hendricks hatte Schmidts Verhalten „dämlich“ genannt - auch angesichts der am (heutigen) Donnerstag anstehenden Gespräche zwischen Union und SPD mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über eine mögliche Regierungsbildung.

SPD-Chef Martin Schulz hatte gesagt, man werde sich nun für ein nationales Verbot von Glyphosat einsetzen. Schmidt stellte lediglich einen restriktiveren Einsatz des Pflanzengifts in Aussicht.


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