Ein Schmuckstück voll von handwerklicher Qualität in Vomp

Die Geschützte Werkstätte ist Europas größter Hersteller von Getreidemühlen. Gestern eröffnete sie in Vomp ihre „Werkstück“-Filiale.

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GF Klaus Mair schenkte Dekan Majewski einen Brotkasten.
© Dähling

Von Angela Dähling

Vomp –„Wer meint, bei der Geschützten Werkstätte basteln ein paar Menschen mit Behinderung irgendwas, um beschäftigt zu werden – und wenn’s nicht verkauft wird, wird’s in den Müll geschmissen –, der liegt völlig falsch“, klärt Klaus Mair, Geschäftsführer der Geschützten Werkstätte in Vomp und Imst auf. Denn in den 37 Jahren, seitdem es diesen integrativen Betrieb gibt, hat sich sehr viel verändert. Fakt ist, dass der Betrieb, der in Vomp und Imst rund 240 Mitarbeiter beschäftigt, Europas führender Hersteller von Getreidemühlen ist, informiert Geschäftsführer Mair.

Einer davon ist die deutsche Firma Hawos. „Wir beziehen einige tausend Getreidemühlen aus der Geschützten Werkstätte jährlich, die weltweit verkauft werden“, sagt Hawos-GF Ralf Pigge, dessen Tochter und Schwester im Rollstuhl sitzen. „Für mich ist es selbstverständlich, hier produzieren zu lassen. Vielen Dank, dass ihr uns unterstützt in Qualität, Forschung und auch mit eurer Freundschaft“, sagte Pigge gestern, als hinter dem Gemeindeamt mitten im Ortszentrum die „Werkstück“-Filiale der Geschützten Werkstätte mit vielen Ehrengästen Eröffnung feierte. Handgemachte, qualitätsvolle Geschenk-, Haushalts- und Dekoartikel aus Holz, Textil und Metall können in dem Geschäft ab sofort erworben werden (Infos im Internet: www.werkstück.at).

„Dieses Geschäft ist ein Schmuckstück und eine Auslage für die tolle geleistete Arbeit“, war LHStv. Josef Geisler beeindruckt. Manfred Pallinger, Sektionschef im Sozialministerium, wies darauf hin, wie wichtig es sei, Menschen mit Einschränkungen an der Gesellschaft teilhaben zu lassen und ihnen ein weitgehend selbstständiges Leben zu ermöglichen. Dazu trage die Geschützte Werkstätte bei. Pallinger: „Und dabei steht sie in Konkurrenz zur Privatwirtschaft und muss sich ständig weiterentwickeln, um sich am Markt behaupten zu können.“ Dass das gelungen ist, untermauerte GF Klaus Mair: „Wir stehen der Qualität der Privatwirtschaft in nichts nach.“

LHStv. Geisler und BM Schubert bei der Schlüsselübergabe an Martina Holzhammer und Bianca Lang (o.).
© Dähling

BM Karl-Josef Schubert sprach von einer optimalen Symbiose zwischen ländlicher Gemeinde, Menschen mit Behinderung und Wirtschaft sowie von einer Win-win-Situation für die Gemeinde. Durch das „Werkstück“ hat Vomp nun auch wieder einen Postpartner – eine von 44 sozialen Post-Partnerschaften österreichweit. Am „Werkstück“-Standort befand sich der Pfarrsaal. Dank des Verkaufs durch die Kirche an die Geschützte Werkstätte konnte das Werkstück-Projekt verwirklicht werden, das Dekan Stanislaus Majewski segnete: „Die Leute kamen gern hierher, möge es so bleiben.“

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