Vertreibung von Wanderarbeitern aus Peking löste Kontroverse aus

Peking (APA/dpa) - Die Vertreibung Zehntausender Wanderarbeiter aus Peking hat eine heftige Kontroverse ausgelöst. Das Vorgehen stieß sowohl...

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Peking (APA/dpa) - Die Vertreibung Zehntausender Wanderarbeiter aus Peking hat eine heftige Kontroverse ausgelöst. Das Vorgehen stieß sowohl in der Bevölkerung, als auch in Staatsmedien und selbst in den Behörden auf Kritik.

Grund für den Schritt ist eine 40-tägige Sicherheitskampagne, die nach einem Feuer mit 19 Toten Mitte des Monats im Außenbezirk Daxing gestartet worden war und Brandgefahren aufdecken und beseitigen soll. Im Zuge der Aktion mussten an mehr als 100 Orten der Stadt Wanderarbeiter zwangsweise ihre einfachen, billigen Unterkünfte verlassen. Als unsicher eingestufte Wohnungen und Arbeitsstätten wurden teilweise abgerissen.

Der Bürgermeister von Daxing trat zurück, nachdem sein Stellvertreter und zehn andere hohe Funktionäre wegen mangelnder Aufsicht und ihrer Verantwortung für das Feuer in einem Wohnblock für Wanderarbeiter vom Dienst suspendiert worden waren, berichteten Zeitungen am Freitag. Die Vertreibung der Wanderarbeiter bei winterlichen Temperaturen löste einen öffentlichen Aufschrei aus, so dass selbst Parteichef Cai Qi in Staatsmedien zitiert wurde, die Behörden hätten den Bewohnern mehr Zeit zur Umsiedlung geben sollen. Auch sollten die Inspektionen der Brandgefahren ordentlicher durchgeführt werden.

Nach offiziellen Angaben gibt es 282 Millionen solcher Menschen. Sie stammen meist aus dem ländlichen Raum und ziehen auf der Suche nach Arbeit durch das Land. 35 Prozent aller Beschäftigten in China gelten als Wanderarbeiter, haben also ihre formelle Wohnortregistrierung (Hukou) nicht an ihrem Arbeitsort. Vom Hukou hängen soziale Leistungen und beispielsweise auch ab, wo die Kinder zur Schule gehen können.

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