Protest gegen Fusion von Ötztaler und Pitztaler Gletscher

Am Sonntag protestieren Umweltschützer gegen den Zusammenschluss zwischen Ötztaler und Pitztaler Gletscher.

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Von Matthias Reichle

St. Leonhard –„Wir wollen den Skisport nicht verbieten, wir wollen den Status quo erhalten“, erklärt Michae­l Pröttel von der Umweltschutzorganisation „Mountain Wilderness“. Die Gruppe stellt sich gegen Skigebietszusammenschlüsse und wird am Sonntag konkret gegen die geplante Verbindung des Pitztaler und Ötztaler Gletschers demonstrieren. Die Naturschützer werden bei der Talstation der Gletscherseebahn Transparente ausrollen und sich dagegen aussprechen, dass der Mittelbergferner, der Hängende Ferner und der Rettenbachferner mit Seilbahnen „verschandelt“ werden, wie sie betonen. Dazu wollen sie auch gezielt Skifahrer ansprechen. Man bekomme da auch von den Touristen viel Unterstützung. „Viele sagen, es reicht!“, so Pröttel.

Die Kundgebung sei angemeldet, betont der Umweltschützer. Ein Protestcamp am Gletscher scheiterte unterdessen am Verbot des wilden Campierens, berichtete Pröttel. Die Behörde sei da streng. „Wir wollten ein Zeichen setzen und uns für den Gletscher den Hintern abfrieren“, erklärt er.

Im Pitztal ist man auf die Aktion gefasst. „Wir haben nichts zu verbergen“, betont Gletscherbahnen-Betriebsleiter Reinhold Streng. Gleichzeitig glaubt er, dass die Naturschützer nicht viele Anhänger finden werden. „Das ganze Tal lebt vom Gletscher und vom Skilauf.“ Es sei wichtig, dass mit dem Zusammenschluss etwas geschieht, dadurch würde die Zukunft des Pitztals gesichert. Laut Streng befinde sich die Behörde in der finalen Prüfungsphase. Er erwartet bis Anfang, Mitte nächsten Jahres eine mündliche Verhandlung im UVP-Verfahren. „Wir sind zuversichtlich, dass der Zusammenschluss genehmigt wird.“

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