Ski alpin: ÖSV-Asse mit viel Vorschuss-Lob in Beaver-Abfahrt

Beaver Creek (Colorado) (APA) - Eine Woche nach dem Saisonstart in Lake Louise geht am Samstag (19.00 Uhr MEZ) in Beaver Creek und damit ern...

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Beaver Creek (Colorado) (APA) - Eine Woche nach dem Saisonstart in Lake Louise geht am Samstag (19.00 Uhr MEZ) in Beaver Creek und damit erneut auf nordamerikanischem Schnee die zweite Saisonabfahrt der Herren in Szene. Erstmals seit langem stellt der ÖSV mit Matthias Mayer einen Topfavoriten. „Vom Skifahrerischen her heißt das Duell um den Sieg Mayer gegen Beat Feuz“, glaubt Sepp Brunner.

Der Steirer ist seit dieser Saison neuer Speedchef der Österreicher und muss wissen, wovon er spricht. Jahrzehntelang hat er in der Schweiz Feuz durch dick und dünn geführt und zuletzt sogar zum Weltmeister gemacht. Nach seinem Nationenwechsel ist nun Olympiasieger Mayer Brunners aktueller Top-Schützling. Und dieser deklassierte im Abschlusstraining die Konkurrenz, obwohl er im Trainings-Dress gefahren war.

Die erste ÖSV-Bestzeit des Olympia-Winters war ein weiterer Beweis dafür, dass es bei den ÖSV-Abfahrern klar aufwärts geht. In Kanada hatten Mayer, Max Franz und Hannes Reichelt für drei Podestplätze gesorgt, waren mit entsprechend breiter Brust nach Colorado gekommen und fuhren auch dort schon in den Trainingsläufen stark.

„Matthias hat schon früh in der Saison etwas Gutes bei der Abstimmung seines Materials gefunden, das hat ihn befreit“, glaubt Brunner, einen Grund für Mayers neues Selbstbewusstsein zu kennen.

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„Natürlich weiß man im Vorfeld nicht, wo man wirklich steht“, sagte Mayer. „Aber das Sommertraining war sehr gut und da hofft man natürlich, dass man dann auch im Winter ganz vorne dabei ist. Dieses Gefühl stimmt bei mir derzeit sehr gut zusammen“, ergänzte der Kärntner und erklärte: „Mich persönlich macht schnell, dass ich von der internen Konkurrenz sehr profitiere.“

Bezeichnend für den frischen Wind im ÖSV-Abfahrtslager ist, dass neben Mayer auch Routinier Hannes Reichelt und Vincent Kriechmayr in einer bestechenden Früh-Form sind und Max Franz in Kanada als Zweiter im Super-G bewiesen hat, dass er seine Knieprobleme zumindest im Rennen im Griff hat.

Auch Reichelt gehört deshalb in der Beaver-Abfahrt zu den Mitfavoriten. Der vierfache Super-G-Sieger ist dort zwar 2013 auch in der Abfahrt als Zweiter schon auf das Podest gekommen, lässt dies aber nicht gelten. Denn damals wurde wegen der WM-Generalprobe im oberen Teil auf der Damenpiste gefahren.

„Es ist immer noch Hermann Maiers Wohnzimmer“, verwies Reichelt auf die Abfahrtserfolge seines Landsmannes in Beaver Creek. „Ich möchte auch auf der echten Abfahrt beweisen, dass ich schnell sein kann“, erklärte Reichelt und sprach von einem „schwarzen Fleck“ seiner Karriere. „Aber ich fahre ja noch einige Jahre, kann das also noch ausbessern“, meinte der 37-Jährige, der im laufenden Winter alle Altersrekorde des Schweizers Didier Cuche brechen kann.

Kriechmayr sah die Trainings als Beweis, dass man sich bisher sehr gut vorbereitet habe. „Wir sind in Form, Sepps Handschrift trägt Früchte. Es schaut gut aus für unsere Mannschaft“, ist der Oberösterreicher überzeugt. „Und wenn einer auslässt, ist sicher der andere da.“

Nur Franz kam von den ÖSV-Stars in den Abfahrts-Trainings noch nicht wirklich ins Fahren. „Ich brauche einfach einige Fahrten“, sagte der Kärntner, der ab und zu mit Knieproblemen kämpft. „Aber wenn ich aus dem Starthaus gehe, ist das kein Problem. Außerdem habe ich vor der Abfahrt ja noch den Super-G.“

Feuz fühlte sich geehrt, als stärkster Gegner der Österreicher bezeichnet zu werden. „Ich bin zufrieden wie es läuft und wie ich dastehe“, sagte der Weltmeister. Schweiz gegen Österreich? „Es wäre schön, wenn das die Geschichte des Winters wäre. Aber es mischen auch die Norweger und die Italiener mit. Vor allem Peter Fill fährt sehr solide“, glaubt Feuz, gab aber auch zu: „Die Österreicher imponieren zur Zeit.“

Auch Aksel Lund Svindal hat gemerkt, dass vor allem Matthias Mayer am Saisonbeginn schnell ist. „Er ist auch bei schlechten Bedingungen gut und wird auch in Beaver Creek ganz stark sein“, ist der Norweger überzeugt. „Es schaut gut aus für die Österreicher.“

Svindal selbst hat in Beaver Creek schon drei Mal die Abfahrt gewonnen. Das ist außer ihm nur Hermann Maier und Bode Miller gelungen. Zuletzt siegte Svindal 2015, er ist wegen der Absage der Vorjahresrennen also am Samstag „Titelverteidiger“. Zwei Mal in Folge hat dort bisher nur Maier (1999 und 2000) gewonnen.


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