Nach Haager Urteil drohen Kroatien Klagen von Kriegsopfern

Sarajevo/Zagreb/Den Haag (APA) - Nach der rechtskräftigen Verurteilung von sechs hochrangigen bosnischen Kroaten durch das UNO-Tribunal für ...

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Sarajevo/Zagreb/Den Haag (APA) - Nach der rechtskräftigen Verurteilung von sechs hochrangigen bosnischen Kroaten durch das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) dürften Kroatien nun Klagen von Kriegsopfern drohen. Vertreter des Gefangenenverbands in Mostar haben Entschädigungsklagen angekündigt, wie bosnische Medien am Freitag berichteten.

Die Kriegsopfer wollen nun noch mit Juristen beraten, ob sie Einzelklagen oder eine Sammelklage gegen den kroatischen Staat einreichen werden, wie Mirzo Cemalovic vom Gefangenenverband erklärt. Cemalovic hat selbst während des Bosnien-Krieges (1992-1995) insgesamt 320 Tage in verschiedenen kroatischen Gefangenenlagern in Bosnien verbracht. Es wäre normal, dass Menschen, die 200, 300 Tage in den Gefangenenlagern des Kroatischen Verteidigungsrates (HVO) verbracht haben, nun entschädigt würden, erklärte er gegenüber Medien.

Das Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag hatte am Mittwoch die sechs Vertreter der bosnischen Kroaten wegen schwerer Kriegsverbrechen zu insgesamt 111 Jahren Haft verurteilt. Das UNO-Gericht hatte in dem Urteil auch die Mitschuld der damaligen kroatischen Staatsführung unter Präsident Franjo Tudjman an den Kriegsverbrechen anerkannt. Die kroatische Regierung hat das Urteil daher kritisiert.

~ WEB http://www.icty.org/ ~ APA157 2017-12-01/10:39

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