Heißer Flamenco in frostiger Nacht eröffnete Kunststraße in Imst

Vorhang auf für die 17. Kunststraße Imst. In 25 Galerien rücken die 60 Künstler Selbstdarstellung und Inszenierung in den Fokus.

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Peppi Spiss nahm das Motto Selbstdarstellung wörtlich und inszenierte Mal-Akte vor Publikum.
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Von Markus Hauser

Imst –Mit dem Motto „Selbstdarstellung & andere Inszenierungsstrategien“ bietet die 17. Kunststraße Imst ein Potpourri der Kunst. Fast alles ist Kunst und Kunst kann fast alles Imst – Kunst bewegt und bringt die Leute zusammen. Für diese Erkenntnis ist die 17. Auflage der Kunststraße Imst einmal mehr der beste Beweis.

Der Einladung zur Eröffnungsfeier am mondän gestalteten Sparkassenplatz folgte das Publikum zuhauf und ließ sich trotz erheblicher Minusgrade vom Temperament der Flamenco-Formation „Flamenco de Cadiz“ um die Tänzerin Carmen Torres mitreißen. Bei solch einer Kälte hätten sie noch nie gespielt, aber die Hitze des Publikums mache alles wett, meinten die heißblütigen Spanier zu ihrem umjubelten Auftritt.

Dem Ruf aus Imst war auch Landesrätin Beate Palfrader gefolgt. Im Rahmen ihrer Grußworte meinte sie: „Kultur verbindet die Menschen über die Grenzen hinweg und offensichtlich vermag sie auch Temperaturen zu überwinden.“ Der Landesrätin oblag auch die Aufgabe, den erstmals ausgeschriebenen Kunststraßen-Kunstpreis zu vergeben. Der Preis ging an den aus Imsterberg stammenden Bildhauer Markus Thurner. Seine Stahlplastik mit dem Titel „Altwürde“, die Thematik der Würde umkreisend, ist noch bis zum Ende der Kunststraße am Sparkassenplatz zu sehen.

Mit einer Performance von Jakob de Chirico und einem geradezu körperlich erfahrbaren Auftritt der Metal Drum Company endeten die Feierlichkeiten und es ging in die Lange Nacht der Galerien. Für das Konzept der Kunststraße verantwortlich, gelang Florentine Prantl und Clemens Perktold einmal mehr eine berauschende Belebung der Imster Innenstadt. 60 Künstler in zu 25 Galerien umfunktionierten Räumlichkeiten spiegeln getreu dem Motto dieses Jahres „Selbstdarstellung & andere Inszenierungsstrategien“ alle Facetten der künstlerischen Darstellung wider. Der hohen Kunst des Schnapsbrennens, der einnehmenden Fähigkeiten, Düfte in Seifen zu wandeln, und Kunsthandwerk verschiedenster Natur darf man ebenso begegnen wie der angewandten bzw. bildenden Kunst. Der Fotograf Thomas Böhm etwa stellt seine Person hinter „sein“ geliebtes Imst und setzt der Stadt auf liebevolle Weise ein Denkmal in Puzzleform. Peppi Spiss nimmt die Selbstdarstellung wörtlich und inszeniert Mal-Akte vor Publikum. Lisa Krabichler findet sich in 140 in der Natur und sich selbst gefundenen Bildern wieder. Jessie Pitt, Hanna Scheiber oder Ype Limburg verneigen sich staunend vor der Natur. Zu sehen am 8., 10., 16. und 17. Dezember jeweils von 14 bis 19 Uhr mit umfassendem Rahmenprogramm.

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Carmen Torres heizte dem Publikum mit ihrem Flamencotanz ein.
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