Orban wirft Soros Einmischung in den ungarischen Wahlkampf vor

Budapest (APA) - Der ungarische rechtskonservative Premier Viktor Orban hat am Freitag erneut gegen den ungarischstämmigen US-Milliardär Geo...

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Budapest (APA) - Der ungarische rechtskonservative Premier Viktor Orban hat am Freitag erneut gegen den ungarischstämmigen US-Milliardär George Soros Stimmung gemacht. In seinem regelmäßigen Rundfunk-Interview warf er Soros vor, sich aktiv in den ungarischen Wahlkampf einzumischen. Das „Soros-Netzwerk“ arbeite „wie eine Partei“, wetterte Orban laut der ungarischen Nachrichtenagentur MTI.

Der liberale US-Milliardär wolle „jene Regierungen stürzen und schwächen, die sich gegen die Ansiedlung von Muslimen stellen“, so der ungarische Regierungschef. Daher werde das „Soros-Netzwerk“ während des ungarischen Wahlkampfes Tausende von Menschen bezahlen, um Propaganda zu verbreiten. Vor der Parlamentswahlen im Frühjahr würde er in verschiedenen Teilen des Landes sogenannte Zivilzentren schaffen, die genauso funktionieren würden wie Parteien im Wahlkampf.

Die ungarische Regierung lässt die Nichtregierungsorganisationen, die von Soros unterstützt werden, offenbar geheimdienstlich überwachen. Der Staat müsse alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel in Stellung bringen, sagte Orban am Freitag: „Dazu zählt auch der Geheimdienstbericht über Zusammensetzung, Funktionsweise und Einflusspotenzial der Soros-Maschinerie.“

Der 86-jährige gebürtige Ungar ist seit Monaten Zielscheibe von Attacken der Regierung in Budapest. Orban unterstellt dem US-Milliardär, einen angeblichen Plan zur Organisation der Masseneinwanderung nach Europa zu haben. Am Freitag ging eine Fragebogen-Aktion („Nationale Konsultation“) der Regierung zu Ende, bei der die Bevölkerung Suggestivfragen zum angeblichen „Soros-Plan“, wonach die Grenzen in der EU für Migranten geöffnet werden sollen, um Europa mit Flüchtlingen aus Asien und Afrika zu „überschwemmen“, beantworten sollten.

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