Raketen von Houthi-Rebellen offenbar aus dem Iran

Sanaa/New York (APA/Reuters) - Von Houthi-Rebellen aus dem Jemen auf Saudi-Arabien abgefeuerte Raketen stammen einem vertraulichen UNO-Beric...

  • Artikel
  • Diskussion

Sanaa/New York (APA/Reuters) - Von Houthi-Rebellen aus dem Jemen auf Saudi-Arabien abgefeuerte Raketen stammen einem vertraulichen UNO-Bericht zufolge offenbar aus dem Iran. Inspektoren der Vereinten Nationen seien auf entsprechende Hinweise gestoßen, heißt es in dem Bericht, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte.

Der Konflikt im Jemen gilt als Stellvertreterkrieg zwischen den Erzrivalen Iran und Saudi-Arabien, die in der Region um die Vorherrschaft ringen. Die Houthis sind mit dem Iran verbündet. Die Regierung in Teheran hat aber Vorwürfe Saudi-Arabiens und der USA zurückgewiesen, wonach sie die Rebellen auch mit Waffen ausrüstet. Solche Lieferungen wären ein Verstoß gegen ein 2015 verhängtes UNO-Waffenembargo. Erst am Donnerstag wurde nach saudi-arabischen Angaben erneut eine Rakete vom Jemen aus auf das Königreich abgeschossen.

Dem UNO-Bericht zufolge überprüften Inspektoren der Vereinten Nationen in zwei saudi-arabischen Militärstützpunkten die Reste von Raketen, die in diesem Jahr auf das Königreich gefeuert wurden. Außerdem besuchten sie demnach vier Einschlagstellen eines Angriffs vom 4. November. Dort seien weitere Raketenüberreste identifiziert worden. „Design-Charakteristika und Ausmaße der inspizierten Teile“ entsprächen denen, die der iranischen Kiam-1-Rakete zugesprochen würden. Allerdings gebe es noch keinen Hinweis auf Lieferanten. Die Kiam-1 soll eine Reichweite von etwa 750 Kilometern und einen Sprengkopf von ungefähr 630 Kilogramm haben.

Der Bericht wurde am 24. November an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen geleitet. Die UNO-Vertretung des Iran äußerte sich zunächst nicht dazu.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Erst am Donnerstag fing die saudi-arabische Luftwaffe erneut eine Rakete aus dem benachbarten Jemen ab, wie der staatliche Fernsehsender Al-Arabiya berichtete. Das Geschoß sei von Houthi-Rebellen auf die Stadt Khamis Mushait im Südwesten Saudi-Arabiens abgefeuert worden. Die von den Houthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba hatte von einem erfolgreichen Test einer ballistischen Mittelstreckenrakete berichtet. Das militärische Ziel in Saudi-Arabien sei mit großer Genauigkeit getroffen worden.

Saudi-Arabien führt eine Allianz sunnitischer Staaten an, mit denen sie die Regierung des Jemens gegen die Houthi-Rebellen unterstützt. Anfang November hatte die Allianz alle Zugänge zum Jemen auf dem See-, Luft- und Landweg abgeriegelt. Dies wurde mit iranischen Waffenlieferungen an die schiitischen Houthi-Rebellen begründet. Die Blockade löste international Proteste aus. Nach UNO-Einschätzung droht die weltweit größte Hungersnot seit Jahrzehnten. Sieben bis acht Millionen Menschen seien gefährdet, sagte UNO-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Freitag. Er forderte eine vollständige Aufhebung der Blockade. Nur so könne eine „grauenhafte humanitäre Tragödie“ verhindert werden.


Kommentieren