Neue Schule für die digitale Arbeitswelt im Außerfern

Ein neuartiges Schulmodell soll eine HTL-Ausbildung im Bezirk ermöglichen. Die Wirtschaftskammer präsentiert dazu eine aktuelle Studie.

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© WK Reutte

Außerfern –Der Bezirk Reutte ist eine der am höchsten industrialisierten Regionen Österreichs. Dem steht kein technisch ausgerichtetes Ausbildungsangebot vor Ort gegenüber. Da sich für die Zukunft ein noch höherer Bedarf an Fachkräften mit profunden Kenntnissen speziell im Bereich „Digitale Technologien/Informatik“ abzeichnet, hat das „ibw – Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft“ im Auftrag und mit der Unterstützung des Landes Tirol, der Industriellenvereinigung Tirol und der Wirtschaftskammer Tirol eine Studie zur Abklärung des Bedarfs einer HTL mit dem Schwerpunkt „Digitale Technologien“ in Reutte erstellt. Das Ergebnis: Bis zu 80 derartige HTL-Absolventen würden die Betriebe in Westtirol jährlich aufnehmen.

„Die Berufswelt verändert sich sehr stark“, sagt Plansee-Personalchef Stefan Fesl. Klassische Berufsbilder verschwimmen, gemeinsamer Nenner sei dabei jedoch immer die fortschreitende Digitalisierung. Darauf müsse man die Schüler vorbereiten.

Auch die Politik sieht die Notwendigkeit eines technisch ausgerichteten Bildungsangebotes im Außerfern. 36 von 37 Bürgermeistern fordern in einer Petition die Ansiedelung einer HTL.

Bildungslandesrätin Beate Palfrader hat bereits die Initiative ergriffen und eine Arbeitsgruppe zur Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen installiert. Unterstützung kommt auch von Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf: „Nicht nur, um die Wirtschaft zu fördern, sondern um Lebenschancen gerecht zu verteilen.“

Ein neues Schulmodell soll eine HTL-Ausbildung in Reutte ermöglichen. Eine Kooperation mit Schwerpunkt „Digitale Technologien“ zwischen dem Ingenieurkolleg für Automatisierungstechnik, dem Gymnasium und der Handelsakademie wird angestrebt. Der Lehrplan soll insbesondere eine technische Basisausbildung mit informationstechnologischer Vertiefung beinhalten. Räumlich könnte die HTL in den bestehenden Gebäuden im Reuttener Schulzentrum angesiedelt werden. Synergien bestünden auf allen Ebenen. Sogar ein neues Schülerheim wurde mitangedacht.

„Mit einer Aufwertung des technischen Zweiges am Gymnasium könnten kostengünstig ideale Bedingungen geschaffen werden, um eine zeitgemäße Technikausbildung vor Ort absolvieren zu können“, sieht auch die Außerferner Bundesrätin Sonja Ledl-Rossmann einen großen Vorteil. (TT, fasi)


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