Syrische Kurden halten zweite Etappe von Regionalwahlen ab

Damaskus (APA/AFP) - In den syrischen Kurdengebieten ist am Freitag die zweite Etappe von Regionalwahlen abgehalten worden. Nachdem bei der ...

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Damaskus (APA/AFP) - In den syrischen Kurdengebieten ist am Freitag die zweite Etappe von Regionalwahlen abgehalten worden. Nachdem bei der ersten Etappe Verwaltungskomitees in den Gemeinden gewählt worden waren, waren die Einwohner der drei kurdischen „Kantone“ im Norden des Landes dieses Mal aufgerufen, Gemeinderäte zu bestimmen.

Am 19. Jänner sollen dann Parlamente für die drei Kantone sowie für die gesamte Kurdenregion gewählt werden.

Die Regierung in Damaskus bezeichnete die Wahlen im Vorfeld als „Witz“, doch erhoffen sich die Kurden, damit ihre Autonomie zu festigen. Seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 haben die Kurden unter der Führung der Demokratischen Partei der Völker (PYD) weitgehende Autonomie für ihre Gebiete erlangt. Im März 2016 riefen sie eine „föderale Region“ in Nordsyrien aus, was in Damaskus und Ankara auf scharfe Kritik stieß.

Die Zentralregierung lehnt eine Abspaltung der Kurdengebiete ab, ist aber zu Gesprächen über „Autonomie“ bereit. Die PYD versichert, anders als die irakischen Kurden nicht die Unabhängigkeit anzustreben. Die Türkei sieht die Autonomiebestrebungen der Kurden in Syrien mit Argwohn. Aus ihrer Sicht ist die PYD wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) eine Terrororganisation.

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Am Freitag bildeten sich wie schon bei der ersten Etappe im September lange Schlangen vor den Wahllokalen. „Ich bin froh, die Freiheit zu haben, jene zu wählen, die uns dienen werden“, sagte der 54-jährige Mohammed Saleh Mustafa. Kritiker betrachten die Wahlen aber als nicht vollständig demokratisch oder repräsentativ, da nur PYD-nahe Parteien antreten und sich oppositionelle Parteien nicht beteiligen.


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