Vatikan spielt Entlassung von IOR-Funktionär herunter

Vatikanstadt (APA) - Die Trennung vom stellvertretenden Leiter der Vatikanbank, Giulio Mattietti, erfolge im Rahmen des „normalen Betriebs“ ...

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Vatikanstadt (APA) - Die Trennung vom stellvertretenden Leiter der Vatikanbank, Giulio Mattietti, erfolge im Rahmen des „normalen Betriebs“ der IOR (Istituto per le Opere di Religione). Dies betonte der Vatikan in einer Presseaussendung am Freitag.

Viele Medienberichte über die Hintergründe der Trennung stimmten nicht. „Die IOR distanziert sich von diesen Berichten“, hieß es in der Presseaussendung.

Mattietti habe zu Anfang der Woche seine Entlassungspapiere erhalten, hatte die Vatikansprecherin Paloma Garcia Ovejero am Mittwochabend mitgeteilt. Papst Franziskus war zu diesem Zeitpunkt nach Myanmar und Bangladesch unterwegs. Die Entscheidung wirft weitere Fragen zu den Reformplänen des Papstes für die Finanzen des Heiligen Stuhls auf.

Gründe für die Entlassung nannte Ovejero nicht. Italienische Medien hatten berichtet, Mattietti sei am Montagnachmittag von Vatikanbank-Chef Jean-Baptiste de Fanssu zu sich bestellt und anschließend hinauseskortiert worden.

Im Juni hatte bereits der Generalrechnungsprüfer des Vatikan, Libero Milone, wegen Anschuldigungen, hohe Beamte des Kirchenstaats ausspioniert zu haben, seinen Hut nehmen müssen. Milone warf dem Vatikan daraufhin vor, ihn zum Rücktritt gedrängt zu haben, weil seine Ermittlungen möglicherweise illegale Aktivitäten aufgedeckt hätten.


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