Europas Leitbörsen ziehen vor Handelsschluss ins Minus

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag nach einer sehr volatilen Handelssitzung mit klaren Verlusten ins Woch...

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Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag nach einer sehr volatilen Handelssitzung mit klaren Verlusten ins Wochenende gegangen. Brisante Neuigkeiten in der Causa Russland-Affäre kamen zutage als Michael Flynn, ehemaliger Sicherheitsberater des US-Präsident Donald Trumps, gestand er sei schuldig und habe das FBI belogen. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 1,19 Prozent auf 3.527,55 Zähler.

Nachdem im Laufe des späten Nachmittages bekannt wurde, dass bezüglich der US-Steuerreform, eine Mehrheit zustande kommen dürfte, konnte sich der Eurozonen-Leitindex kurzzeitig im Kielwasser eines sich rehabilitierenden US-Markts noch nach oben retten. Dann kam jedoch die Hiobsbotschaft für die sich erholenden Börsenbarometer: Michael Flynn habe auf Anordnung des US-Präsidenten Donald Trumps mit Russland verhandelt, berichten Medien. Er hat seinen eigenen Aussagen zufolge zudem das Federal Bureau of Investigation (FBI) in der Causa Russland-Affäre belogen. Der sich schuldig bekennende Flynn sei ferner bereit gegen US-Präsidenten Trump und Russland auszusagen.

Die Indizes traten ihren just Rückzug an, der Euro schoss gegen den US-Dollar schlagartig nach oben. Eine allgemeine Unsicherheit dürfte die Märkte in ihren Bann gezogen haben.

Demnach blieben auch positive Konjunkturdaten am heutigen Handelstag Nebensache. Trotz der Tatsache, dass es der Eurozonen-Einkaufsmanagerindex der Industrie im November mit 60,1 Einheiten auf ein 17-Jahres-Hoch zu klettern schaffte. Das US-Pendant, der ISM-Index, fiel dagegen schlechter aus als erwartet.

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Branchenweite Verluste fuhren zu Wochenschluss Autobauer und Zulieferer ein. Volkswagen verloren 2,67 Prozent. Daimler und BMW gaben jeweils 1,77 und 1,31 Prozent ab. Auch Peugeot-Papiere notierten deutlich tiefer mit minus 2,73 Prozent. Analysten hatten zuvor die Papiere des französischen Autobauers abgestuft.

Am anderen Ende der Branchentafel kamen Öl- und Gasaktien etwas besser von der Stelle. Grund dürfte bei ersteren die Einigung der OPEC mit Nicht-OPEC-Staaten, die Ölproduktionskürzung zeitlich auszuweiten, sein. Eni konnten innerhalb des Eurozonen-Leitindex als einziger Wert im Plus mit 0,07 Prozent schließen.

Unter den Pharmawerten traten Sanofi-Papiere mit einem Kursverlust von 2,32 Prozent, nach einem skeptischen Analystenkommentar durch Morgan Stanley, hervor. Die Aktie des dänischen Insulin-Produzenten Novo Nordisk verteuerte sich hingegen um mehr als 1,02 Prozent. Morgan Stanley sprach nun seinerseits eine frische Kaufempfehlung für die Papiere aus.

Weiterhin in ihrer Abwärtsspirale gefangen, gaben ASML-Anteile den fünften Tag infolge 2,34 Prozent ab. Binnen kurzer Zeit wurden damit die Gewinne der vergangenen Wochen ausradiert.

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Index Änderung Änderung Zuletzt

Punkte Prozent Wien ATX 3.328,10 -16,84 -0,50 3.344,94 Frankfurt DAX 12.861,49 -162,49 -1,25 13.023,98 London FT-SE-100 7.300,49 -26,18 -0,36 7.326,67 Paris CAC-40 5.316,89 -55,90 -1,04 5.372,79 Zürich SPI 10.618,31 -56,63 -0,53 10.674,94 Mailand FTSEMIB 22.106,10 -262,19 -1,17 22.368,29 Madrid IBEX-35 10.085,00 -126,00 -1,23 10.211,00 Amsterdam AEX 535,57 -4,54 -0,84 540,11 Brüssel BEL-20 3.964,28 -19,82 -0,50 3.984,10 Stockholm SX Gesamt 1.592,20 -17,91 -1,11 1.610,11 Europa Euro-Stoxx-5 3.527,55 -42,38 -1,19 3.569,93

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Euro-Stoxx 385,54 -4,14 -1,06 389,68 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA524 2017-12-01/18:20


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