Bischofsweihe mit 8000 Gläubigen in der Olympiahalle

Heute wird der Steirer Herman Glettler in der Olympiahalle zum fünften Bischof von Innsbruck geweiht. Dem 52-Jährigen eilt ein Ruf als energievoller, durchsetzungsstarker und kirchentreuer Menschenfreund voraus. Wir berichten ab 11 Uhr im Live-Blog.

  • Artikel
  • Diskussion
Hermann Glettler wird vor rund 8000 Gläubigen in der Olympiahalle in Innsbruck zum Bischof geweiht.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Die letzten Stühle wurden gestern noch aufgestellt. Noch einmal wurden der Ablauf und die Musikstücke geprobt. Knapp 8000 Gläubige werden heute in die Innsbrucker Olympiahalle kommen, um der Weihe von Hermann Glettler beizuwohnen. An die 1000 Personen werden aktiv an der Weihe teilnehmen, hinzu kommen 30 Bischöfe aus dem In- und Ausland, dazu drei Landeshauptleute und viele weitere Würdenträger. Trotz der Größe der Olympiahalle ist man seitens der Diözese Innsbruck bemüht, die Feierlichkeiten schlicht zu halten.

Bischofsweihe kostet 170.000 Euro

Ab 12 Uhr wird der Steirer Hermann Glettler zum fünften Bischof von Innsbruck geweiht. 8000 Gläubige werden der – insgesamt bereits siebten – Bischofsweihe in Innsbruck beiwohnen, über 500 auch aus Glettlers Heimat. Die letzten Vorbereitungen und Proben wurden gestern am Abend abgeschlossen und auch bei den Mitarbeitern der Diözese herrscht eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung.

Kein Wunder: Unter den Tausenden Gästen gibt es über 30 Bischöfe, die gesamte Landesregierung, über 400 Musiker, knapp 600 Musikanten und einen straffen Zeitplan. Die Bischofsweihe kostet rund 170.000 Euro. Ein Großteil für die Gestaltung der Feier. 75.000 Euro sind für die Agape im Anschluss an den Gottesdienst vorgesehen. Etliche Leistungen werden durch Sponsoren getragen, erklärte die Diözese gestern. Auch eine Weihe im Dom, mit nur einem Zehntel an Mitfeiernden, hätte ebenfalls Kosten verursacht. Wir berichten im Live-Blog von der Weihe. (TT, mw)

Hermann Glettler: Ein energievoller Brückenbauer wird Bischof

Hermann Glettler hätte im Herbst dieses Jahres angeblich umziehen wollen. In eine Wohngemeinschaft, die Menschen am Rand leistbares Wohnen ermöglichen soll. Es kam zum Umzug. Doch er führte den 52-jährigen Steirer nach Innsbruck ins Bischofshaus. Der Ruf eines energievollen, durchsetzungsstarken, kirchentreuen Menschenfreunds eilte ihm voraus. Und Glettler hat all diese Erwartungen in ihn noch vor seiner Weihe erfüllt. Übertroffen. 8000 Gläubige bei seiner Weihe sind ein starkes Signal dafür.

Am 8. Jänner 1965 in Übelbach geboren, schloss er seine Schullaufbahn am Bischöflichen Gymnasium in Graz ab. Die Maturareise 1983 führte ihn nach Frank­reich, wo er bei einem internationalen Jugendtreff die Gemeinschaft Emmanuel kennen lernte. Seit 1987 gehört er dieser an – es handelt sich um eine vom Heiligen Stuhl anerkannte weltweite öffentliche Vereinigung, die sich ganz besonders auf Menschen zubegibt, die auf irgendeine Weise zu leiden hatten oder den Kontakt zum Glauben verloren hatten. 1991 wurde Glettler zum Priester für die Diözese Graz-Seckau geweiht. Nach Kaplansjahren in Judenburg und Wagna verbrachte er ein Fortbildungsjahr in Frankreich und war von 1999 bis 2016 Pfarrer im Verband Graz-St. Andrä-Karlau. Glettler gilt als hervorragender Prediger. Und der studierte Theologe und Kunsthistoriker ist ein Mann der Künste. Sowohl als Priester, der einst der Kunstkommission in der Diözese angehörte, als auch als Künstler selbst.

Seinen Sinn für Humor hat er in Tirol bereits bewiesen. Und auch, dass er ein Mann klarer Worte ist. Er wolle die Benachteiligten der Gesellschaft im Auge behalten. Glettler will Brücken bauen. Eine Brücke (die für Innsbruck steht) findet sich auch in seinem Bischofswappen – gleich daneben der Grazer Uhrtrum für seine Heimatstadt. Die Uhr dort zeigt zehn vor zwölf an. Weil es Zeit sei, den Ruf Gottes zu hören. (mw)

Hermann Glettler beim gemeinsamen Gebet mit Gläubigen im Innsbrucker Dom.
© Thomas Boehm / TT

Kommentieren


Schlagworte