Yetnebersh Nigussie - Äthiopierin kämpft für Menschen mit Behinderung

Wien/Addis Abeba/Stockholm (APA) - Yetnebersh Nigussie, Menschenrechtsexpertin der in Österreich gegründeten Fachorganisation Licht für die ...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien/Addis Abeba/Stockholm (APA) - Yetnebersh Nigussie, Menschenrechtsexpertin der in Österreich gegründeten Fachorganisation Licht für die Welt, ist am Freitagabend mit dem diesjährigen Alternativen Nobelpreises ausgezeichnet worden. Nigussie erhält den Preis für ihre „inspirierende Arbeit im Kampf für die Rechte und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“. Sie selbst ist seit ihrem fünften Lebensjahr blind.

Die heute 35-jährige Äthiopierin wuchs in einer ländlichen Gegend des ostafrikanischen Staates auf und konnte einer dort üblichen frühen Ehe entfliehen, weil sie aufgrund ihrer Behinderung als ungeeignet für eine Heirat betrachtet wurde. Ihre Mutter schickte sie stattdessen in die Schule, schrieb die Hilfsorganisation Licht für die Welt in einer Presseaussendung. Nigussie ist seit längerem Botschafterin für die Organisation, die sich besonders für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern einsetzt, seit 2016 verantwortet sie den Bereich Inklusion und Rechte von Menschen mit Behinderungen und vertritt Licht für die Welt damit auch international.

Bereits in ihren Schul- und Studienjahren engagierte sich die promovierte Juristin ehrenamtlich für gesellschaftliche Veränderung und Gerechtigkeit. Mit 24 Jahren gründete sie gemeinsam mit anderen Landsleuten das „Äthiopische Zentrum für Behinderung und Entwicklung“. Als Selbstvertreterin für Menschen mit Behinderungen nahm sie 2016 und 2017 am High Level Political Forum bei den Vereinten Nationen in New York teil und setzt sich mit Nachdruck für eine Welt für alle ein. Auch in Österreich war sie schon oftmals zu Gast, so hielt sie beispielsweise 2015 die Eröffnungsrede am Europäischen Forum Alpbach.

„Für uns ist das eine riesige Motivation auf unserem Weg weiterzumachen. Kein Mensch soll erblinden, wenn es Hilfe gibt. Blinde und anders behinderte Menschen müssen dieselben Chancen haben wie alle anderen Menschen, in den reichen Ländern genauso wie in den armen Ländern des Globalen Südens“, sagte Nigussie laut Licht für die Welt über ihre Auszeichnung mit dem Right Livelihood Award.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Im Jahr 2010 wurde der austrobrasilianische Bischof Erwin Kräutler für seinen Einsatz für die Menschenrechte der Indios und die Erhaltung des tropischen Regenwaldes im Amazonas-Gebiet mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Weitere Preisträger waren u.a. der aus Salzburg stammende Nationalökonom Leopold Kohr, Zukunftsforscher Robert Jungk, Friedensforscher Johan Galtung, Schriftstellerin Astrid Lindgren, Befreiungstheologe Leonardo Boff, Whistleblower Edward Snowden und zuletzt der Syrische Zivilschutz.


Kommentieren