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Bären in Vietnam: Hai Chan hat genug gelitten

Jahrelang wurden sie eingesperrt und misshandelt, um an ihren Gallensaft zu kommen. Jetzt winkt den Bären Vietnams ein besserer Lebensabend.

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Bärin Hai Chan in ihrem viel zu kleinen Käfig auf einer vietnamesischen Galle-Farm.
© Vier Pfoten/Bogdan Baraghin

Von Philipp Schwartze

Eingesperrt, gequält und ausgebeutet: Viele asiatische Schwarzbären leben in Vietnam auf so genannten Galle-Farmen. Ihr Besitzer hält sich drei, vier Bären in winzigen Käfigen, mit schlechtem Futter und ohne klares Wasser, um ihnen regelmäßig den Gallensaft abzuzapfen. Denn der gilt in der traditionellen chinesischen Medizin als Heilmittel. Seit 1992 ist diese für Bären grauenvolle Praktik verboten. Doch 2005, als die Regierung die 3500 Bären im ganzen Land befreien wollte, fehlte es an geeigneten Plätzen und so mussten sie am Ort ihrer Schmerzen eingesperrt bleiben. „Man hält es auf diesen Farmen, mit ihren engen Käfigen, der hohen Luftfeuchtigkeit, dem Gestank und den Bären in ihrem gequälten Zustand kaum länger als zehn Minuten aus“, sagt Magdalena Scherk-Trettin, die bei der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ für das Projekt um die Galle-Bären zuständig ist.


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