Markante Kunst, die Köpfchen beweist

Der Osttiroler Hannes Neuhold bereichert mit seinen Werken die Kärntner Kulturszene.

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Hannes Neuhold in seinem Atelier in Obergaimberg, als er den Kunstgucker schuf.
© Funder

Von Claudia Funder

Lienz –Sie hatten schon bei ihrer Aufstellung für Aufsehen und einiges Kopfschütteln gesorgt – die drei großdimensionierten Häupter mit Namen „König“, „Königin“ und „Hofnarr“, die der Künstler Hannes Neuhold für den Südtiroler Platz in Lienz geschaffen hatte. Vor einigen Jahren mussten sie einem angepeilten Tiefgaragenbau weichen, was ihnen abermals gehörig Aufmerksamkeit bescherte – die TT berichtete. Die polarisierenden Skulpturen wanderten damals an den Wörthersee, wo ihnen seither ein Riesenpublikum gewiss ist.

Und Neuhold erhielt daraufhin den Auftrag für eine weitere „kopflastige“ Arbeit. Er schuf erneut eine – mit Sockel vier Meter hohe – Skulptur für eine Ausstellung im Bahnhof Pörtschach. Der so genannte „Kunstgucker“ nahm vor dem Gebäude Position ein und lenkte als Blickfang das Auge auf die Schau, die Teil des Projektes „kopf.head.glava“ war.

Kopf hoch! Hannes Neuholds „Kunstgucker“ steht nun top-platziert vor der BV-Galerie in Klagenfurt.
© Hannes Neuhold

Die Schau am Pörtschacher Bahnhof ist zu Ende, aber eine exemplarische Auswahl aus den verschiedenen Projekten bildender Kunst, die landesweit entstanden, führt nun eine bemerkenswerte Ausstellung in der BV-Galerie in Klagenfurt zusammen – als Rückblende, mit einem repräsentativen Querschnitt. Und dort steht jetzt Neuholds „Kunstgucker“ auf einem Top-Platz im Hof vor dem Bau.

Es sind aber derzeit noch weitere Werke des Osttiroler Künstlers in Kärnten zu sehen. Ebenfalls Köpfe. Im Rahmen einer Ausstellung im Künstlerhaus Klagenfurt sind drei Bronzehäupter von Neuhold ausgestellt, und zwar Miniaturen des Trios „König“, „Königin“ und „Hofnarr“, die im Maßstab 1:10 entstanden und 35 Zentimeter hoch sind.

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Der kreative Kopf Hannes Neuhold „feilt“ indessen längst an einer weiteren Skulptur. „Sie wird noch vor Weihnachten im Bereich des Südrings Klagenfurt aufgestellt werden“, verrät der Künstler im Gespräch mit der TT. Kreiert wird diesmal kein Kopf, sondern eine so genannte Alraune – eine Wurzel, der im Mittelalter wundertätige Kraft nachgesagt wurde und die auch als Amulett getragen wurde. Etwa 3,5 Meter hoch wird das aus Betoneisen und Beton erstellte Kunstwerk werden.

In Vorbereitung befindet sich zudem ein Märchenbuch mit Text und Bildern aus der Feder Neuholds. Titel: Katzenmond. „Die Geschichte steht bereits, aber die Skizzen müssen noch ausgezeichnet werden“, erklärt der Künstler, der derzeit auch Auftragsarbeiten im skulpturellen Bereich in Lienz ausführt.

Hannes Neuhold hat sich aber auch am diesjährigen großen Kunstkalender an der Fassade der Lienzer Liebburg beteiligt. Im Advent wird täglich ein Fenster geöffnet, hinter dem sich ein Kunstwerk verbirgt. Der Erlös der Auktion – die Originale werden versteigert – fließt in wohltätige Zwecke. Morgen, 5. Dezember, wird Neuholds Beitrag freigelegt. Das Motiv: ein Kopf. Der einer Katze.


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