„Aufhören mit einem Sturz? Nein, das kann ich nicht“

Nach seinem Kreuzbandriss im März kehrt Stefan Häusl im Jänner auf die Freeride-World-Tour zurück und hat auch mit 41 Jahren vieles vor.

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Von Toni Zangerl

Strengen –41 Jahre und kein bisschen müde – das ist Free­ride-Profi Stefan Häusl aus Strengen am Arlberg. Seine mittlerweile neunte Saison in der Freeride-World-Tour steht allerdings unter einem besonderen Aspekt: „Comeback“ lautet die Devise.

Nach seinem Kreuzbandriss, der ersten schweren Verletzung seiner Karriere, den er sich beim World-Tour-Stopp in Andorra im Februar zugezogen hatte, fiebert er seiner Rückkehr entgegen: „Ich will dort anschließen, wo ich aufhören musste. Ich bin mental und physisch sehr gut beisammen. Und aufhören mit einem Sturz – nein, das kann ich nicht.“

Zum Weitermachen bestärkte ihn auch Ehefrau Geli, selbst Ski- und Bergführerin, die im Winter daheim mit Töchterchen Jana (8) die Daumen drückt. Heuer stehen auf der World Tour fünf Bewerbe an: Los geht es in Hakuba (JAP/20.1.), Höhepunkt ist natürlich der Heim-Stopp in Fieberbrunn (9. bis 15. März).

Häusls Erinnerung an den verhängnisvollen Sturz im März ist klar. „Andorra, schlechtes Wetter, Verschiebungen, drei mögliche Routen – und ich habe mich verschätzt. Die falsche Route, dann ein Sprung im freien 15-Meter-Fall mit Landung im Flachen – das war’s“, kann er heute schon wieder lachen. Die Operation im Zammer Krankenhaus verlief optimal, die Reha ebenfalls. Und das stimmt Häusl, gemeinsam mit Flo Orley ein Pionier der rotweißroten Freeride-Szene, zuversichtlich.

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Wie lange seine Karriere noch dauern soll? „Ich bin jetzt 41. Wenn der Körper fit ist, ich Spaß habe, dann ist Freeriden mein Hobby und zugleich mein Beruf. Was könnte perfekter sein?“ Es soll also vorerst kein Ablaufdatum geben: Auf genügend Titel und Siege (Tiefschnee-Weltmeister/1999, Sieg beim Weißen Rausch/2006 oder dem Triumph bei der Free­ride-World-Tour Fieberbrunn/2011) kann der Skifahrer ohnehin zurückblicken.

Und weil ihm auch der Arlberger Freeride-Nachwuchs am Herzen liegt, hat er sich der lokalen Kids angenommen. „Die sind top bei der Sache, da macht es Sinn und Spaß, mit ihnen zu arbeiten“, sagt Häusl.

Seine zweite Heimat ist für den gebürtigen Salzburger sowieso der ideale Spielplatz für seinen Beruf. Als absolutes Highlight nennt er dabei „die Abfahrt von der Kuchlspitze, das war einzigartig“. Dabei funkeln seine Augen. Wie immer, wenn man mit der Frohnatur über die zwei Bretter spricht, die für ihn die Welt bedeuten.


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