Frisch geliftet auf neue Abenteuer

Nissan hat seine SUV-Baureihen überarbeitet. Der geräumige X-Trail rollt nun mit geschärftem Blick, neuen Assistenzsystemen und aktueller Multimedia heran. Der kräftige 177-PS-Diesel stellt sich dem TT-Dauertest.

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Für ein großes SUV ist der X-Trail eine äußerst schnittige Erscheinung. Toll auf Feldwegen: 210 Millimeter Bodenfreiheit.
© Fellner Reinhard

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Der Erfolg von Nissan ist seit der Verflechtung mit Renault erstaunlich. Die SUV verkaufen sich wie die warmen Semmeln und auch auf dem Gebiet der Elektromobilität stellten die Japaner mit dem Leaf das weltweit meistverkaufte E-Auto.

Zurück zum SUV: Da ist der Nissan Qashqai als kompakter Crossover in vielen europäischen Ländern das meistverkaufte SUV. Moderne Technik und Alltagstauglichkeit zum überschaubarem Preis – das gefällt von Malta bis Oslo. Auf derselben Basis gibt es für Aufpreise ab 2000 Euro jedoch noch wesentlich mehr Auto.

X-Trail heißt der große Bruder des Qashqai. Das stämmige SUV ersetzt mit seinen inneren Werten locker frühere Großraumkombis. Bis zu 1982 Liter Laderaum stehen zur Verfügung. Die variable Ladefläche lässt 16 Konfigurationen zu. Geöffnet wird die elektrische Heckklappe (ab N-Connecta) nun auch sensorgesteuert mit dem Fuß.

Eine optionale dritte Sitz­reihe bietet (nur) Kleingewachsenen Platz. Ein Radstand von über 2,7 Metern sorgt auf den vorderen Sitzen für wirklich opulente Platz­verhältnisse und Entspannung auf den Komfortsitzen.

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Dies alles war bereits bislang Kaufargument. Nun hat Nissan seine SUV-Reihen überarbeitet und dabei optisch, qualitativ und technisch verfeinert. Außen zieren die schärfer geschnittene Front nun Voll-LED-Scheinwerfer (ab N-Connecta) mit adaptivem Kurvenlicht. Innen haben sich die Japaner dem Armaturenträger des X-Trail vorgenommen, der nun mit schöneren Materialien und weicheren Flächen glänzt. Wichtiger hierbei jedoch, dass die Multimediaeinheit auf dem neuesten Stand ist.

Dazu hielt eine Reihe von Assistenzsystemen in den überarbeiteten X-Trail Einzug. Das schon bisher vorhandene Notbremssystem erkennt nun Fußgänger – auch hinten im toten Winkel. Über die allumblickende 360-Grad-Kamera warnt der X-Trail zudem jetzt beim Ausparken vor den Gefahren des Querverkehrs. Und ein Spurassistent hält das SUV in der Bahn.

Dies alles wird die TT ab Dezember im Dauertest über Tausende Kilometer erproben. Als Testfahrzeug schickte Nissan die neue Topmotorisierung mit dem bärenstarken Zweiliter-Diesel mit 177 PS nach Tirol. Zusammen mit dem Sechsgangschaltgetriebe eine souveräne Motorisierung. 380 Newtonmeter verteilen sich traktionsfrei auf nasse Straßen oder den losen Untergrund gröbster Forstwege. 210 Millimeter Bodenfreiheit und ein variabler Allrad­antrieb machen den X-Trail fit fürs Gelände. Auch hier macht sich der Schub des Zweiliter-Diesels bezahlt. Die Berganfahrhilfe bewährt sich indes bei jeder Tiefgaragenauf- fahrt.

Perfekt beherrscht der komfortabel federnde X-Trail übrigens das Reisen. Ein Wohnzimmer huscht sozusage­n durch die Landschaft. Gut gedämmt, lässt unser X-Trail „Tekna“ dabei die wirklich hervorragende Bose-­Anlage so richtig zur Geltung kommen. Gut 3000 Kilometer geht das nun schon so – und wir sind angesichts des Gebotenen hochzufrieden. Der X-Trail erinnert an ein großes Schweizermesser: Bei Bedarf kann der alles. Ab 25.990 Euro geht’s los, unser Topmodell verlangt nach 47.010 Euro.


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