Firmenstruktur der EWR wird komplett umgekrempelt
Die Elektrizitätswerke Reutte richten sich neu aus und bauen ihr Firmengefüge um. „Alle Mitarbeiter bleiben“, verspricht der Vorstand.
Von Simone Tschol
Reutte –Bei den Elektrizitätswerken Reutte, einer 100%-Tochter der Marktgemeinde, bleibt kein Stein auf dem anderen – zumindest, was die Unternehmensstruktur angeht. So haben es Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen. „Wir haben es uns als Ziel gesetzt, mehr Klarheit hineinzubringen“, erklärt Reutte-Holding-Vorstand Michael Hold, der in der Neugestaltung der Organisation auch den Vorteil der Risikominimierung sieht. Mit 1. April 2018 werden die Reutte Holding AG, die EWR AG und die Erdgasversorgung (EVA) rückwirkend eins, sprich miteinander verschmolzen. Sie werden künftig unter der Dachmarke „EWR AG neu“ am Markt agieren.
Herausgenommen werden hingegen der Unternehmensbereich der Elektrotechnik – daraus wird die neue „EWR Technik GmbH“ – und die nicht betriebsnotwendigen Immobilien wie zum Beispiel die Sporthalle Reutte, das Strabag-Gebäude oder diverse Grundstücke. Dieser Unternehmensbereich wird künftig in der „EWR Immobilien GmbH“ abgewickelt.
Auf die Mitarbeiter – die ganze Unternehmensgruppe zählt derzeit 512, die Holding und die EWR AG gemeinsam aktuell 255 – habe dies keine Auswirkungen, versichert Hold. „Alle Mitarbeiter bleiben, und es wird durch die Umstrukturierungen auch für keinen eine Schlechterstellung geben. Das ist mit dem Betriebsrat so abgesprochen“, lässt Hold wissen und fügt hinzu: „Wir haben unseren Mitarbeiterstand in der Unternehmensgruppe von 350 im Jahr 2000 auf aktuell 512 gesteigert. Das ist immerhin ein Plus von knapp mehr als 46 Prozent. Unsere Zielsetzung für die kommenden Jahre ist klar definiert: Wir wollen das Kerngeschäft absichern und stärken, aber auch ein gesundes Wachstum generieren und weiterhin Mitarbeiter einstellen.“
Personelle Änderungen wird es dennoch geben, und zwar im Bereich der so genannten „zweiten Führungsebene“. Neben den beiden Vorständen Christoph Hilz und Michael Hold gibt es in den einzelnen Geschäftsfeldern auch operative Geschäftsführer. Die Bereichsleiter sollen künftig mit Prokura und/oder Handlungsvollmacht ausgestattet werden. „Einerseits, um ihre Kompetenzen zu erhöhen, andererseits aber auch, um gewisse Entscheidungen schneller treffen zu können. Es macht hinsichtlich einer optimierten Firmenstruktur wenig Sinn, wenn jede noch so kleine Entscheidung vom Vorstand gefällt werden muss.“
Eigentümervertreter BM Alois Oberer ist zufrieden mit der Neuorganisation: „Das ist genau die Struktur, die ich mir vorgestellt habe. Deshalb habe ich mich auch dafür eingesetzt, dass die doppelstöckige AG wegkommt, die Unternehmensstruktur schlanker wird und die Marke EW wieder in den Vordergrund rückt. Denn damit identifizieren sich auch die Mitarbeiter.“ Seiner Ansicht nach seien damit die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens gestellt.