Stimmung stieg in Tirol auf neuen Höchstwert

Die Tirolerinnen und Tiroler sehen die Aussichten für Konjunktur und Arbeitsmarkt sehr optimistisch. Der Konsumklimaindex ist so hoch wie nie.

Die Bevölkerung erwartet eine weitere Verbesserung der Wirtschaftslage und weniger Arbeitslose, die Kauflust steigt.
© Andreas Rottensteiner

Von Alois Vahrner

Innsbruck –Das Stimmungsklima in der Tiroler Bevölkerung ist zurzeit so positiv wie noch nie seit dem Start der Tiroler Konsumentenbefragung von Wirtschaftskammer, Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) sowie der TT vor acht Jahren. „Lange war die Stimmung im Land doch um einiges schlechter als die tatsächliche Lage, seit etwa drei Jahren zeigt die Kurve bei fast allen wichtigen Indikatoren nach oben, zuletzt sogar teilweise richtig steil“, fassen Kammer-Chefvolkswirt Stefan Garbislander und GAW-Studienautor Stefan Jenewein die Ergebnisse zusammen.

Bereits 44 Prozent der Befragten (IMAD befragte 500 Tirolerinnen und Tiroler) rechnen mit einer weiteren Verbesserung der Wirtschaftslage. Vor einem Jahr hatten dies erst 15 Prozent gemeint, vor einem halben Jahr 30 Prozent. Der Anteil der Pessimisten, die mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage rechnet, fiel binnen Jahresfrist von 24 auf nur 11 Prozent.

Seit fast zwei Jahren sinken in Tirol die Arbeitslosenzahlen, aber erstmals seit über sechs Jahren gibt es mit 40 zu 20 Prozent erstmals einen – zudem auch noch sehr deutlichen – Überhang jener, die an eine weiter fallende statt steigende Arbeitslosigkeit im Land glauben. Vor einem Jahr rechneten noch 52 Prozent mit mehr und nur 17 Prozent mit weniger Arbeitslosen.

Ebenfalls, wenn auch etwas weniger kräftig nach oben zeigte die Kurve bei den Erwartungen für die eigene finanzielle Lage. 20 Prozent (und damit so viele wie seit Ende 2010 nicht mehr) erwarten eine Verbesserung, während 13 Prozent eine Verschlechterung befürchten. Noch weniger Pessimisten gab es zuletzt vor siebeneinhalb Jahren. Grund des Optimismus könnten nach der Steuerreform (deren Auswirkungen bereits wieder abflauen) die heuer doch relativ kräftigen Kollektivvertragsabschlüsse sein.

Die derzeit sehr gute Wirtschaftslage verbessert offenbar auch die Kauffreude: Immerhin 43 Prozent würden sich jederzeit einen passenden Kon­sumwunsch in der mittleren Kategorie von 300 bis 700 Euro wie zum Beispiel eine Skiausrüstung, ein Tablet, eine Playstation oder einen neuen Fernsehapparat erfüllen. Weitere 25 Prozent könnten sich das in den kommenden zwei bis drei Monaten vorstellen, 29 Prozent sehen dazu keine Veranlassung bzw. Möglichkeit. Für 22 Prozent (vor einem Jahr mit 26 Prozent etwas mehr) ist der Zeitpunkt günstig, größere Anschaffungen wie Möbel, Küche oder Auto zu tätigen, 9 Prozent nennen den Zeitpunkt ungünstig.

Immerhin 72 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen in den kommenden zwölf Monaten möglich sei, Geld auf die hohe Kante zu legen, 28 Prozent verneinen dies. Die Erwartungen der Bevölkerung gehen jedenfalls auch in Richtung Preissteigerungen: Knapp 54 Prozent erwarten 2018 eine Inflation von 1 bis 2 Prozent, etwa 15 Prozent rechnen mit weniger oder überhaupt keiner Teuerung. Über 23 Prozent befürchten eine durchschnittliche Verteuerung um 2 bis 3 Prozent, 7,5 Prozent sogar eine noch höhere. Besonders Ältere sind pessimistischer.

In Summe ergibt sich aus den vorangegangenen Indikatoren der Tiroler Konsumklimaindex mit einem Saldo-Wert von plus 16, der höchste seit Befragungsstart jemals errechnete Wert. Noch voreinem Jahr lag dieser Wert bei minus 1, vor einem halben Jahr lag der Saldo auch erst bei plus 4.

Abgefragt wurde auch das Sozialklima: Mit ihren Einkommen zeigten sich 69 Prozent der Befragten zufrieden, mit der Arbeitssituation 73 Prozent, mit der eigenen Gesundheit ebenfalls 73 Prozent und mit der Wohnsituation (offenbar trotz der oft kritisierten hohen Mieten und Grundstückspreise) sogar 84 Prozent.


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