Bundesliga

Austria verliert in Altach, Salzburg verspielt die Tabellenführung

Die Altacher jubeln über drei Punkte.
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Ein Fehler von Holzhauser leitete den entscheidenden Treffer ein. Die „Veilchen“ sind damit seit vier Pflichtspielen ohne Sieg. Die „Bullen“ mussten sich mit einem 0:0 beim WAC begnügen.

Altach – Austria 1:0

Die Austria verliert in der Fußball-Bundesliga weiter Boden auf die Spitze. Am Sonntag unterlagen die Wiener beim Tabellennachbar SCR Altach 0:1 (0:1) und fielen damit auf den siebenten Tabellenplatz hinter Altach zurück. Bei eiskaltem und heftigem Wind erzielte der Ex-Rapid-Nachwuchsspieler Adrian Grbic (32.) das entscheidende Tor. Für die Gäste war es das vierte Pflichtspiel en suite ohne Sieg.

Der Führungstreffer durch Solospitze Grbic war nicht unverdient. Die Vorarlberger waren über die meiste Zeit der ersten Hälfte die aktivere Mannschaft. Nach dem Seitentausch hatte die Austria mit Rückenwind wesentlich mehr Spielanteile, es fehlten aber die entscheidenden Ideen. In der Tabelle fehlen jetzt auf Sturm Graz bereits 21 Punkte.

Michael Blauensteiner und Mohammed Kadiri bildeten bei den Violetten die Innenverteidigung, nachdem Trainer Thorsten Fink Tarkan Serbest eine Pause gönnte. Die Paarung funktionierte in den ersten Minuten auch deswegen gut, weil sie noch nicht intensiv gefordert war.

Auf der anderen Seite zog in der 25. Minute Christoph Monschein nach Idealvorlage von Raphael Holzhauser alleine in den Strafraum, traf aber nur den hineinrutschenden Jan Zwischenbrugger. Dann begann eine starke Phase der Heimischen, die schließlich im Führungstreffer resultierte. Zunächst blockte Kadiri noch einen Schuss von Grbic ab, Philipp Netzer köpfelte dem nach einem Eckball besser postierten Louis Ngwat-Mahop den Ball weg.

Nach einem Fehler von Holzhauser, der am Mittelkreis die Kugel verlor, ging es schnell. Der für Simon Piesinger eingewechselte Valentino Müller bediente auf der linken Seite Ngwat-Mahop, der mit dem rechten Außenrist scharf zur Mitte spielte. Am Fünfer spitzelte Grbic den Ball an Osman Hadzikic vorbei.

Die Austrianer hatten kurz vor der Pause Glück, dass Schiedsrichter Andreas Heiß bei einem harten Einsteigen von Gluhakovic gegen Grbic im Strafraum nicht auf Elfmeter entschied. So konnte sich Altach über den 1:0-Zwischenstand freuen. Ein Wermutstropfen war allerdings der Verlust von Piesinger, der sich am linken Knie verletzte. Laut ersten Informationen besteht sogar der Verdacht auf Kreuzbandriss.

In Hälfte zwei spielte die Austria mit dem Wind im Rücken besser. Der Kreativabteilung um Holzhauser fiel aber nicht ein, wie man die gegnerische Abwehr knacken könnte. Die beste Chance hatte Altach: Andreas Lienhart (67.) scheiterte im Strafraum an Hadzikic, der mit dem Fuß abwehrte.

Auch sein Tormann-Kollege Martin Kobras durfte sich auszeichnen: In der 72. Minute lenkte er einen direkten Freistoß von Holzhauser zur Ecke ab. Die in orange gekleideten Austrianer blieben zwar bis zum Schluss am Drücker, Altach war aber über Konter gefährlich. In der Schlussphase verhinderte Kadiri eine Chance von Christian Gebauer. Mahop vergab die letzte Chance mit dem Außenrist.

WAC – Salzburg

Meister Red Bull Salzburg hat die Rückkehr an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verpasst. Die Salzburger mussten sich am Sonntag zum Abschluss der 19. Runde beim Wolfsberger AC mit einem 0:0 begnügen. Der Titelverteidiger ist zwar bereits 21 Pflichtspiele ungeschlagen, liegt aber zwei Punkte hinter Spitzenreiter Sturm Graz. Der WAC ist weiter Vorletzter - nun neun Zähler vor St. Pölten.

Salzburg-Trainer Marco Rose verzichtete wie angekündigt auf einige Stammkräfte, an denen die vielen Spiele im Herbst nicht spurlos vorübergegangen sind. Neben den Innenverteidigern Paulo Miranda und Duje Caleta-Car fehlte auch Valon Berisha (Knieschmerzen). Weil sich beim Aufwärmen auch noch Stefan Stangl verletzte, spielte Patrick Farkas. Statt des angeschlagenen Alexander Walke hütete Cican Stankovic das Tor, die Kapitänsschleife trug Andreas Ulmer.

Die Salzburger setzten wie zuletzt beim 0:0 in der Europa League in Marseille auf eine defensive Dreierkette. Diese wurde vom stark ersatzgeschwächten WAC, der nicht weniger als acht Ausfälle zu verkraften hatte, teils ernsthaft in Bedrängnis gebracht. Ein Kopfball des völlig freien Bernd Gschweidl ging zu zentral auf Stankovic (3.). Der agile Florian Flecker setzte das Spielgerät mit dem Fuß (5.) und mit dem Kopf (22.) drüber.

Salzburg kam bei Minusgraden und im Lauf des Spiels stärker werdendem Wind nie wirklich in die Gänge. Ein erster Farkas-Schuss aufs kurze Eck fiel zu schwach aus (8.). Ein Volley von Takumi Minamino nach Farkas-Flanke ging knapp an der linken Stange vorbei (25.). Reinhold Yabo verzog aus spitzem Winkel klar (80.).

Auch nach Seitenwechsel zeigte der WAC den 2.187 Zuschauern mehr Erwärmendes. Die beste Gelegenheit ließ Nemanja Rnic aus. Einen Kopfball des aufgerückten Innenverteidigers nach einem Corner hatte Stankovic zur Mitte abspringen lassen. Den Nachschuss knallte Rnic aus wenigen Metern in den Winterhimmel (60.). Ansonsten blieben klare Torszenen Mangelware.

WAC-Trainer Heimo Pfeifenberger verzichtete mangels Alternativen auf der Bank sogar auf Wechsel. Rose dagegen musste reagieren, weil Diadie Samassekou im Finish sogar noch wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah (87.). Die Salzburger spielten zum dritten Mal in einer Woche Remis. In der Liga sind sie 13 Runden unbesiegt. Die Bullen blieben aber zum dritten Mal in dieser Bundesliga-Saison ohne Torerfolg.

Nach der Auslosung der ersten K.o.-Runde der Europa League am Montag (13.00 Uhr) geht es für die Salzburger kommenden Samstag mit einem Heimspiel gegen den LASK in die Winterpause. Den Titel des „Winterkönigs“ könnte Sturm tags darauf mit einem Sieg bei der Wiener Austria aus eigener Kraft fixieren. Der WAC ist mittlerweile 13 Ligaspiele sieglos, holte aber nach dem jüngsten torlosen Remis gegen Rapid auch zu Hause gegen Salzburg einen Punkt. Gegen den Serienmeister hatten die Kärntner davor vier Niederlagen in Serie kassiert.

(APA)