Tirol

NS-Devotionalien: Verfahren gegen Hochstöger eingestellt

Das Ermittlungsverfahren gegen Martin Hochstöger wurde eingestellt.
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Ende September tauchten Bilder auf, wonach Martin Hochstöger im Besitz von NS-Devotionalien gewesen sei. Der Landecker Apotheker wurde aus der FPÖ ausgeschlossen, die Justiz ermittelte.

Innsbruck – Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat das Ermittlungsverfahren gegen Martin Hochstöger, ehemaliges FPÖ-Parteivorstandsmitglied, eingestellt. In einem Raum hinter seiner Apotheke in Landeck soll er NS-Devotionalien ausgestellt haben. Bilder der Vitrine waren Ende September in die Öffentlichkeit gelangt.

Noch am Tag der Veröffentlichung nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf. Eine Marmortafel, die an die Volksabstimmung vom April 1938 erinnert, wurde sichergestellt, nachdem sie mit professioneller Hilfe durch den Beschuldigten abmontiert worden war. Auch die Vitrine wurde in der Apotheke gefunden, nicht aber die auf den Fotos zu sehenden NS-Devotionalien.

Wie Staatsanwalt Hansjörg Mayr gegenüber der Tiroler Tageszeitung erklärte, gaben sowohl Hochstöger und weitere Zeugen an, dass in der Vitrine niemals die abgebildeten Gegenstände gewesen seien. Ursprünglich sei das Möbelstück in einem Raum gestanden, den eine Diätologin für Beratungsgespräche genutzt habe. Während Renovierungsabreiten im heurigen Sommer habe der Apotheker die Vitrine vorübergehend im Stiegenhaus abgestellt.

Mamortafel hing seit Jahrzehnten an der Wand

Im August seien dann nach Aussage Hochstögers plötzlich die NS-Devotionalien darin gelegen. Woher diese kamen oder wer sie dort platziert habe, wisse er nicht. Er habe die Gegenstände dann in den Müll geworfen, gab er gegenüber den Ermittlern an.

Die Staatsanwaltschaft konnte im Laufe des Verfahrens nicht herausfinden, wer die belastenden Fotos von der Vitrine geschossen habe. Besagte Mamortafel ist laut den Ermittlungen bereits lange Zeit, bevor der Beschuldigte den Betrieb der Apotheke übernommen hat, angebracht worden. „Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass diese Tafel seit mehreren Jahrzehnten dort angebracht war und bislang von niemandem beanstandet wurde, war dem Beschuldigten zu glauben, dass er sich darüber keine Gedanken gemacht hat und nicht etwa die Entfernung der Tafel unterlassen hat, um die NS-Ideologie zu propagieren“, erklärte Mayr in einer Aussendung. Das Ermittlungsverfahren wurde deshalb eingestellt.

Zu Beginn der Foto-Affäre war Martin Hochstöger von der Tiroler FPÖ ausgeschlossen worden. (TT.com)