Behindertensport

„Alte Liebe rostet nicht“: Lösch siegte im Kühtai

Mit dem „Praschberger“-Monoski carvte ÖSV-Behindertensportlerin Claudia Lösch zum RTL-Sieg.
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Beim Saisonauftakt im Behinderten-Ski-Weltcup spielte Claudia Lösch ihre Klasse aus. Roman Rabl wurde Fünfter, Simon Wallner fehlte erkrankt.

Von Benjamin Kiechl

Silz — In der Schirmbar neben der Kühtaier Rennstrecke gab's bereits vor dem zweiten Durchgang Tee mit „Schuss". An „Après-Ski" war bei Claudia Lösch und Roman Rabl am Dienstag beim Weltcup der Behindertensportler aber nicht zu denken, im Gegenteil: Wie Rennpferde scharrten die ÖSV-Asse in den Startlöchern, ehe sie nach der wetterbedingten Absage der Rennen in St. Moritz mit einer Woche Verspätung endlich in die Saison starten durften.

„Wir wollen uns beim Heimrennen in Top-Form präsentieren", sagte Wahl-Tirolerin Lösch. Als nach rasanter Fahrt über die Hohe-Mut-Piste im Ziel der Einser aufleuchtete, gestand sie, „wahnsinnig erleichtert" zu sein. In der Kategorie Damen sitzend setzte „Österreichs Behindertensportlerin des Jahres" alles auf eine Karte — und gewann. Sie wechselte von einem japanischen Monoski-Hersteller zurück auf das Österreicher-Modell. „Alte Liebe rostet nicht", feixte die 29-Jährige, die mit dem Erfolg das Paralympics-Ticket löste. Dabei hätte sie mit dem zweiten Riesentorlauf (Mittwoch 10/13 Uhr) sowie zwei Slaloms (Do./Fr.) noch drei weitere Chancen gehabt.

Der Kärntner Markus Salcher (Rang 7/Herren stehend) sowie der Tiroler Roman ­Rabl (sitzend) verpassten indes den Sprung aufs Podest. Der Gesamtweltcup-Zweite der Saison 2016/17 wurde in seiner bärenstark besetzten Kategorie „nur" Fünfter. „Es war durchwachsen", knurrte der 26-jährige Söller und war mit seinen Fahrten auf seiner Lieblingspiste nicht zufrieden. „Ich habe hier 2008 mein erstes Europacup-Rennen absolviert und habe letztes Jahr beide Riesentorläufe gewonnen. Es ist ein ungewohntes Gefühl, einmal nicht am Stockerl zu sein."

Schwester Sandra drückte wie Mama Anni vor Ort die Daumen. Die Hoffnung lebt: „Wenn noch die Oma dazukommt, kann nichts mehr schiefgehen", glaubten die beiden augenzwinkernd, sie wollen auch in Korea mitfiebern. Das Ticket für die Paralympics (9. bis 18. März) hat Rabl nach dem Top-fünf-Platz in der Tasche.

Der Volderer Simon Wallner muss noch um seine erste Paralympics-Teilnahme zittern. Am Dienstag konnte der Tiroler, den am Wochenende eine Grippe schwächte, noch nicht eingreifen. Heute soll der Saisonstart klappen: „Im Slalom hab' ich die besten Karten." Davor braucht's noch einen Schluck Tee.

Wie eine große Familie: Siegerin Claudia Lösch (l.) munterte den enttäuschten Roman Rabl (M.) sowie Markus Gfatterhofer (r.) auf.
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