Literatur

Kein gutes Jahr ohne Literatur

Henning Mankell hat weit mehr erschaffen als den Kultkommissar Wallander. Er schrieb über 40 Bücher. 2018 wäre er 70 Jahre alt geworden.Foto: Nora Lorek
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Die besonderen Kalender von Arche und Aufbau machen das ganze Jahr über Lust aufs Lesen. Sie sind wahre Kleinode.

Von Alexandra Plank

Innsbruck –Natürlich sind elektronische Kalender praktisch und ideal für all jene, denen es nur darum geht, gut organisiert durchs neue Jahr zu kommen. Kalender haben aber eine weitreichendere Bedeutung, sie fungieren als charmante Begleiter. Die vergangenen Jahre brachten eine ganze Schwemme an themenbezogenen Kalendern, vom Bergsteigerkalender über den Kalender des Kleintierzuchtvereins bis hin zu Nacktkalendern nahezu jeder Berufssparte.

Literaturkalender indes sind immer etwas ganz Besonderes. Meriten haben sich hier vor allem die Verlage Arche und Verlag verdient. Sie begleiten mit liebevoll ausgewählter Lyrik, raren Bildern von Literaturgrößen und Kurzbiografien der Kulturschaffenden durch die kommenden zwölf Monate.

Immer wieder wird das Ende des gedruckten Wortes heraufbeschworen. Tatsache ist, dass gerade schöne und aufwändig gestaltete Druckwerke, wie sie die Literaturkalender zweifellos sind, begehrt bleiben. Der Arche Literatur Kalender 2018 steht unter dem Motto „Ruhe & Bewegung“. In das Jahr startet man mit der Stimme der Karibik: Lyriker und Literaturnobelpreisträger von 1992 Derek Walcott. Die Sequenz aus seinem großen Gedichtzyklus „Mittsommer“ wurde vom Tiroler Literaten Raoul Schrott übersetzt. Das klingt dann so: „Ich halte inne um dem lärmenden triumph der zikaden zuzuhören wie sie die stimmgabel des lebens anschlagen, aber mit diesem kammerton des jubels zu leben ist unerträglich.“ Ähnlich tiefsinnig und berührend geht es durchs Jahr.

Der Aufbau-Kalender startet auf dem Titelblatt mit einem Zitat von Mascha Kaléko: „Zerreiß deine Pläne. Sei klug und halte dich an Wunder.“ Das ist wohl die kürzeste und klarste Gebrauchsanleitung für ein geglücktes Leben.

Vertreten im Kalender ist auch Henning Mankell, der 1948 in Stockholm geboren wurde. Bekannt wurde er mit seinen Kriminalromanen um Kommissar Kurt Wallander, doch man kann ihn nicht darauf reduzieren. Er schrieb mehr als vierzig Bücher. Besonders berührend ist „Treibsand“, in dem er seinen Kampf gegen den Krebs beschreibt, den er 2015 verlor.

Doch welcher der beiden Kalender ist es wert, gekauft zu werden? Beide, möchte man sagen, wissend, dass das unsinnig ist. Im guten Buchhandel kann man sich jenen, der zu einem passt, aussuchen, so wie man das bei einem Schmuckstück tut.

Kalender Arche-Literaturkalender 2018: Ruhe & Bewegung. Arche-Verlag. 60 Seiten, 22 Euro. Kalender Aufbau-Literaturkalender. Aufbau-Verlag, 60 Seiten, 22 Euro.