Klinik warnt

Vermeidbare Krankheiten bei Kindern in Tirol häufen sich

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Die tirol kliniken richten in einer Aussendung einen Impf-Appell an die Bevölkerung, nachdem es zuletzt zu einer Häufung von vermeidbaren Krankheiten gekommen ist.

Innsbruck – Die tirol kliniken machen in einer aktuellen Aussendung auf die Häufung vermeidbarer Krankheiten bei Kindern in Tirol aufmerksam. Eine Vielzahl an Erkrankungen hätte durch rechtzeitiges Impfen verhindert werden können, betonen die Mediziner. Einige mussten sogar auf der Intensivstation behandelt werden.

„Für uns ist es nicht leicht, schwerkranke Kinder zu sehen, Kinder, die um ihr Leben kämpfen und dabei zu wissen, dass dieses Leid durch einen Nadelstich hätte verhindert werden können“, meint Jürgen Brunner, Geschäftsführender Oberarzt der Kinderklinik.

Keuchhusten-Fälle „aus allen Bezirken“

Zuletzt mussten an der Klinik wieder vermehrt Kinder und Erwachsene mit Keuchhusten behandelt werden. Im Jahr 2017 waren es in Tirol bisher 155 Fälle, Tendenz steigend, berichtet Peter Kreidl von der Medizinischen Universität Innsbruck: „Der Keuchhusten kommt zurück, das belegen die Zahlen und das Tragische ist, dass der Keuchhusten zwar harmlos klingt, aber für Kleinkinder tödlich sein kann.“ Im Jahr 2014 seien in der EU 14 Säuglinge daran gestorben.

„Wir hatten Fälle aus allen Tiroler Bezirken“, erklärt Anita Luckner-Hornischer von der Landessanitätsdirektion. „14 Betroffene mussten im Krankenhaus behandelt werden. Fünf erkrankte Kinder waren unter einem Jahr alt und damit besonders gefährdet.“

Ebenfalls aufgetreten sei zuletzt die Hirnhautentzündung (Meningitis), ausgelöst durch das Bakterium „Hämophilus influenzae Typ B“. Früher war es die häufigste Form der bakteriellen Hirnhautentzündung, dank der Impfung mittlerweile die seltenste. Der Verlauf ist schwer und kann auch tödlich enden. Viele betroffene Kinder leiden an lebenslangen Schäden, häufig Taubheit. Auch hier steigen die Fälle an. Gab es 2000 und 2001 keine Fälle, so wurden zwischen 2006 und 2015 wieder neun Fälle registriert. Die Standard-Sechsfachimpfung enthält auch die Immunisierung gegen dieses Bakterium.

Warnung für Röteln und Masern

Tatsächlich meist einen milden Krankheitsverlauf haben Röteln, allerdings ist eine Infektion während der Schwangerschaft äußerst gefährlich für das ungeborene Kind. Je früher der Zeitpunkt der Infektion, desto höher ist das Risiko, dass es zu schweren Missbildungen oder sogar einer Fehlgeburt kommt. Österreich habe nach Polen die meisten Fälle aufzuweisen. Da es sich um eine Virusinfektion handelt, gebe es kaum wirksame Behandlungsmethoden, heißt es in der Klinik-Aussendung. Einziger effektiver Schutz sei die Masern-Mumps-Röteln-Impfung.

Dasselbe gelte für die Masern, die ebenfalls eine sehr unterschätzte Kinderkrankheit sei. Die Krankheit ist hochansteckend und die Fallzahlen steigen derzeit wieder deutlich an. 26 Fälle waren es 2016 in Österreich. Derzeit stehe man bei 95 Fällen, zehn davon in Tirol. In Europa sei es in vielen Ländern zu einer Vervierfachung der Masernfälle gekommen. 32 Personen, meist Kinder, seien daran verstorben.

Appell an die Bevölkerung

Die tirol kliniken appellieren an die Bevölkerung, Empfehlungen von Ärzten in Sachen Impfungen ernst zu nehmen. Oft werde vergessen, dass die Entscheidung aufgrund der „Herdenimmunität“ auch einen Einfluss auf die Mitmenschen habe. Impfen sei nicht nur eine persönliche Entscheidung, sondern auch eine Entscheidung, die die Schwächsten in der Gesellschaft schützt, lautet es in der Aussendung abschließend. (TT.com)

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